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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Foto-Reporterin Anja Niedringhaus in Afghanistan erschossen Der hohe Preis der Wahrheit THOMAS SEIM

Bielefeld (ots) - Wir haben eine berühmte Kollegin verloren. Anja Niedringhaus starb im Osten Afghanistans, weil sie dort über die Wahlen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land berichten wollte. Sie war eine ausgezeichnete Reporterin der Wahrheit, Trägerin des weltweit bedeutendsten Journalistenpreises, des Pulitzer-Preises. Anja Niedringhaus machte ihre ersten journalistischen Erfahrungen bei unserer Zeitung. Sie stammt aus Höxter. Sie war wie viele Journalisten und Journalistinnen getrieben von dem Impuls, die Wahrheit zu finden. Sie traute dem Hörensagen nicht, sondern wollte sich selbst ein Bild machen. Dieser Impuls ist es, der den Job des Journalisten ausmacht. Die Reporter kennen ihr Risiko, jedenfalls wenn sie in Kriegs- oder Katastrophengebieten unterwegs sind. Sie lassen sich davon nicht beeindrucken. Viele Menschen fragen sich, ob man sich in eine solche Gefahr begeben muss. Sie verdrängen dabei, dass wir ohne den Drang zur Wahrheit von Journalistinnen wie Anja Niedringhaus nichts wüssten über die Gräueltaten der serbischen Kriegsverbrecher. Wir hätten nichts erfahren von Giftgasangriffen in Syrien oder im Irak, von den Abhörangriffen der NSA. Es wäre nicht herausgekommen, dass Gaddafis Terroristen ein Flugzeug über Lockerbie sprengten, dass es Betrüger, Steuerhinterzieher, Mörder gibt. Täter fürchten Journalisten. Sie bekämpfen sie, weil sie wissen, dass sie die Wahrheit suchen. Manchmal zahlen Journalisten mit dem höchsten Preis dafür - ihrem Leben. Wir trauern um Anja Niedringhaus.

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