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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Moskaus Protest gegen Schäuble-Äußerung Historisch falsch BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Wolfgang Schäubles Putin-Hitler-Vergleich hatte ein verspätetes Nachspiel: In Moskau musste der deutsche Botschafter des Ministers Aussagen zum russischen Vorgehen auf der Krim erklären. Das ist schier unmöglich. Botschafter Rüdiger von Fritsch ist studierter Historiker und dürfte die Unterschiede zwischen der Annexion der Krim durch Russland und die Hintergründe des Münchner Abkommens, das die Eingliederung des Sudetenlands in Hitlers Drittes Reich erzwang, besser kennen als der Jurist Schäuble. Der Vergleich war verkehrt und zudem auch dumm. Denn der Anschluss des Sudetenlands war Folge der Beschwichtigungspolitik (Appeasement) Frankreichs und Großbritanniens. 1938 gab es Erpresste und Erpresser und wenigstens noch einen Hauch von Völkerrecht. Ganz anders ist die Lage 2014. Die Annexion der Krim durch Russland ist schlichte Räuberei. Auch wenn Altkanzler Schmidt anderes behauptet, hat Wladimir Putin mit seinem Vorgehen das Völkerrecht gebrochen. Dabei hätte er, auch das weiß man aus der Geschichte, auf anderem Weg das Ziel gemäß internationaler Normen erreichen können. Etwa durch eine von den UN veranstaltete Volksabstimmung wie 1920 in Ostpreußen. Kluge Leute vermeiden daher Hitler-Vergleiche. Unvergleichliches lässt sich eben nicht vergleichen.

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