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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Diskussion über Sanktionen gegen Russland Nur Geduld MARTIN KRAUSE

Bielefeld (ots) - Die deutsche Wirtschaft mischt sich selten in die deutsche Außenpolitik ein. Jetzt geschieht das Ungewöhnliche reihenweise. Johannes Teyssen, der Chef des Energieriesen Eon, mahnte, die Partnerschaft mit Russland nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Rüdiger Kapitza, Chef des Maschinenbauers DMG Mori Seiki, warnte vor "übereilten Sanktionen". Die ersten Verlierer wären wir selbst, so glaubt er. Und Gabor Steingart, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt, griff selbst zur Feder, um für Putin eine Lanze zu brechen. Der Kreml-Chef sei nicht so ruchlos, wie er dargestellt werde. Im April 2013 schlenderte Putin an der Seite von Kanzlerin Merkel über die Hannover-Messe. Für die deutsche Wirtschaft ist er ein russischer Präsident zum Anfassen, auch wenn es begründete Zweifel daran gibt, dass er ein "lupenreiner Demokrat" ist. Natürlich darf Politik nicht von Renditedenken abhängen. Doch die Sorge, dass ein neuer kalter Krieg in Deutschland besonders eisig ausfiele, wenn Russland auf Sanktionen mit dem Griff zum Gashahn reagierte, fällt ins Gewicht. Wer glaubt, dass Russland eine Bestrafung ungerührt hinnähme? Für eine Fortsetzung geduldiger Gesprächsdiplomatie sprechen aber vor allem die friedlichen Erfahrungen, die Europa seit vielen Jahren mit dem großen Nachbarn sammelt. Die Krim ist keinen Krieg wert, und sei es nur ein kalter.

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