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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Streit um die Staatsbürgerschaft Deutsche Doppelmoral Miriam scharlibbe

Bielefeld (ots) - Deutsch sein ist Definitionssache. An der Reform der doppelten Staatsbürgerschaft scheiden sich die Koalitionspartner. Dabei ist die Landesinitiative zur Ausweitung des Doppelpasses berechtigt. Viele junge Männer und Frauen haben in den vergangenen Jahren unter der sogenannten Optionspflicht gelitten. Sie mussten sich mit dem 23. Geburtstag für eine Nationalität entscheiden, auch wenn sie zwei Heimatländer hatten. Es ist gut, dass dieses Gesetz abgeschafft wird und Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, ihren deutschen Pass behalten dürfen. Dieses Recht sollte aber nicht an einen Schulbesuch in Deutschland gebunden sein. Wer hier geboren wurde und sich trotz einer Kindheit im Ausland deutsch fühlt, hat den Pass verdient. Erstens, weil wir nicht die Schweiz sind. Zweitens, weil wir inzwischen weltoffen und tolerant sind. Und drittens, weil wir uns so oft über Integrationsverweigerer beschwert haben, dass es Doppelmoral wäre, denen, die Teil unserer Gesellschaft werden wollen, den Zutritt zu verweigern. Außerdem ist eine Kindheit in Deutschland kein Garant dafür, das Land zu kennen: Die Mehrheit der Deutschen, die ihre Heimat so lieben, dass sie sie nicht teilen mögen, würde sicher beim Einbürgerungstest versagen.

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