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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar BGH weist Klage gegen Schufa ab Auf die Finger schauen Wolfgang Mulke, Berlin

Bielefeld (ots) - Die bei vielen Verbrauchern unbeliebte Schufa hat sich in den vergangenen Jahren um ein besseres Image bemüht. Den Ruf als unheimliche Datenkrake wird das Unternehmen jedoch nicht los. Es passieren immer wieder folgenschwere Fehler bei der Einschätzung der Kreditwürdigkeit der Kunden von Autohäusern, Banken oder Versandhäusern. Und wie die Bewertung im Detail zustande kommt, will die Schufa nicht verraten, weil das ihr wertvollstes Betriebsgeheimnis ist. Der Bundesgerichtshof hat diese Haltung nun gebilligt. Die Verbraucher tappen auch weiterhin im Dunkeln. Doch ohne Transparenz bleibt die Skepsis erhalten. Welche Informationen wertet die Schufa aus, und welches Verhalten sorgt für einen guten Scorewert? So recht weiß man es nicht. So verständlich es ist, dass das Unternehmen die Basis seines Geschäfts für sich behalten will, so legitim ist die Forderung nach vollständigen Auskünften für die, aus deren Daten das Geschäftsmodell besteht. Das sollte sich die Schufa zu eigen machen, trotz der BGH-Entscheidung in ihrem Sinne. Angesichts der vielen neuen technischen Möglichkeiten wächst das Unbehagen gegen die Schufa. Dort werden Informationen über rund 60 Millionen Deutsche gespeichert. Werden womöglich doch Daten ausgewertet, die weit über das bekannte Maß hinausgehen? Verbieten lässt sich die Datensammelei wohl nicht. Deshalb muss es sich die Schufa gefallen lassen, wenn man ihr besonders kritisch auf die Finger schaut. Aber man kann auch Positives über das Unternehmen sagen. Denn immerhin stellt sich die Schufa der Diskussion über Transparenz. Da können sich manche Konkurrenten eine Scheibe abschneiden. An einer Stelle besteht allerdings noch ein erheblicher Verbesserungsbedarf: Eine ungerechtfertigt schlechte Bewertung muss schneller getilgt werden. Hier versagt das Scoringverfahren noch immer. Deshalb muss entweder die Schufa selbst hier nachbessern, oder es erfordert schärfere Regeln seitens des Staates.

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