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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Kartellamt bestraft Brauereien Zweifel MARTIN KRAUSE

Bielefeld (ots) - Preiskartelle sind eine Plage für die Kundschaft. Tun sich Konkurrenten heimlich zusammen, um gemeinsam höhere Preise durchzusetzen, dient dies der Profitmaximierung. Solche Absprachen widersprechen unserer Marktordnung und gehören bestraft. In diesem Fall sollten die Biertrinker abkassiert werden - die Wettbewerbshüter behaupten, das Kartell sei "zweifelsfrei nachgewiesen" worden. Trotzdem gibt es Zweifel an der Beweisführung der Kartellwächter. Die Bonner Behörde stützt sich zunächst auf die Aussagen von Kronzeugen. Das Vorgehen hat Methode, und es hat sich bewährt. Seit einigen Jahren werden dank der Kronzeugenregelung immer neue Kartelle aufgedeckt. Die Behördenmitarbeiter wissen: Früher oder später bricht irgendeiner das Schweigen. Das Vorgehen hat das Risiko von Absprachen erhöht, und so hat es disziplinierende Wirkung. Nebenbei füllt es das Staatssäckel mit Millionenbeträgen - sehr schön! Die Beteuerungen des Lübbecker Brauereichefs Christoph Barre allerdings, er und andere Mittelständler hätten sich nicht an Absprachen beteiligt und hätten auch keine Informationen entgegengenommen, klingen in ihrer Entschiedenheit glaubwürdig. Dem guten Ruf des Kartellamts würde es gewiss schaden, wenn der Eindruck aufkäme, kleine Firmen würden zur Zahlung von Bußgeldern genötigt, selbst wenn es Zweifel an ihrer Mittäterschaft gäbe.

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