Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Energiegewinnung durch "Fracking" Gas-Rausch DIRK MÜLLER

Bielefeld (ots) - Das Thema ist so heiß, dass sich Hollywood davon einen Kracher verspricht. "Promised Land" heißt ein Kinofilm, den Hauptdarsteller Matt Damon gerade auf der Berlinale vorstellte. Er behandelt das sogenannte Fracking, die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen in tiefen Gesteinsschichten. Und den Streit darum. Für die einen eröffnet sich mit der Methode, bei der ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in die Erde gepresst wird, um dort die Gas-Lagerstätten aufzusprengen, ein Weg ins energiewirtschaftliche Schlaraffenland. Die anderen sehen das goldene Gas-Zeitalter zu teuer erkauft. Umweltschützer sehen gewaltige Gefahren, verseuchte Landstriche, vergiftetes Trinkwasser, Erdbeben und Krankheiten bei Einsatz der Technologie voraus. Ob nun tatsächlich bald Flammen aus den Wasserhähnen schlagen könnten, wie Fracking-Gegner prophezeien, oder nicht: Die Energiekonzerne machen auch hierzulande mächtig Druck auf Erprobung und Einsatz des Verfahrens, versprechen sich riesige Geschäfte. Dass sie dafür im Zweifel bedenkenlos gewaltige Risiken in Kauf nehmen, wissen wir aus der Atomkraftnutzung. Misstrauen ist angebracht. Dass im Gas-Rausch der Schutz von Mensch und Umwelt nicht geopfert wird, dafür müssen Politik und Wähler sorgen.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Das könnte Sie auch interessieren: