Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Gauck in Afghanistan Keine Überraschung BERNHARD HÄNEL

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Bielefeld (ots) - Man nennt es Überraschungsbesuch, wenn ein deutscher Politiker, ob einfacher Abgeordneter oder Staatsoberhaupt, nach Afghanistan fliegt. Dabei ist nichts daran überraschend. Zumal nichts Neues aus Gaucks Mund zu hören war. Und auch dies dürfte niemanden erstaunen. Der konservative Protestant hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er den Einsatz der kämpfenden Truppe in Afghanistan gutheißt. Bereits vor seiner Wahl zum Präsidenten der Republik hat Gauck klargestellt, dass er zwar "kein Freund von Kriegen", aber eben auch kein Pazifist sei. Und dass es Situationen gebe, in denen man "auf unterschiedliche Weise schuldig" werde. So einfach kann die protestantische Welt eben auch sein, wenn man keine Skrupel gegenüber dem Afghanistan-Krieg hegt wie die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann. Zweifellos gehört es zur Amtspflicht des Präsidenten, die Landsleute fern der Heimat zu besuchen; gerade zu Weihnachten. Doch von einem Erfolg ihres Einsatzes zu sprechen ist mutig angesichts der Toten und auch der zerbrochenen Seelen - dort in Afghanistan und hier mitten unter uns.

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