Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Deutsche Bank Die Geduld ist am Ende CARSTEN HEIL

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Bielefeld (ots) - Ermittlungen sind noch keine Anklage, und eine Anklage ist noch keine Verurteilung. Gegen die Deutsche Bank und ihre Topmanager laufen jedoch derzeit national und international so viele Verfahren, dass es schwer fällt, auch nur einem ihrer Spitzenmanager noch etwas zu glauben. Die Vorwürfe sind immer dieselben: Betrug, Steuerhinterziehung, Lügen und Vertuschen. Und immer geht es um viele Milliarden Euro. Kleine Leute habe es dabei genauso getroffen wie Staaten und andere Banken, so die Vorwürfe. Jetzt hat Ko-Vorstand Jürgen Fitschen endgültig überzogen. Als die 500 Staatsanwälte und Polizisten teils mit Schusswaffen im Anschlag wie bei einer Razzia im Drogen- und Rotlichtmilieu das Frankfurter Geldhaus besuchten, rief er bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) an. Grund: Der Topbanker wollte sich über die Ermittler beschweren. Damit hat ausgerechnet er, der als solider, seriöser Part im Vorstand der Bank vorgesehen war, bewiesen, dass er für den Job nicht qualifiziert ist. In Deutschland herrscht die sogenannte Gewaltenteilung. Das bedeutet, ein Ministerpräsident kann und darf der Justiz nicht ins Handwerk pfuschen. Was für ein Staats- und Demokratieverständnis offenbart einer der wichtigsten Banker in Deutschland mit seinem Anruf? Außerdem haben die Deutschbanker selbst Schuld, wenn die Justiz diesmal mit allem Nachdruck vorgeht. Beschwerden sind folglich Fehl am Platz. Zwei Jahre lang haben Verantwortliche E-Mails gelöscht und Unterlagen vernichtet. Viel spricht dafür, dass einige die Zusammenarbeit mit den Behörden nur vorgetäuscht und hintenrum die Justiz belogen und betrogen haben. Das kennen die ja aus manchem Geldgeschäft. Die Geduld mit der Deutschen Bank und vielen ihrer Spitzenkräften ist am Ende. Das haben die sich allein selbst zuzuschreiben.

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