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Neue Westfälische (Bielefeld): Integrations-Debatte Spätes Nachdenken CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Plötzlich bekommen es die deutschen Empörungs-Demokraten mit der Angst zu tun. SPD-Chef Sigmar Gabriel fürchtet massiven Zustimmungsverlust für seine Partei durch die Debatten über Thilo Sarrazin. Auch Kanzlerin Angela Merkel, die den umstrittenen Banker zunächst eilfertig kritisiert hatte, stellt nun fest, dass über Integration in Deutschland diskutiert werden muss. Grund: Sie merken, dass die Stimmung im Volk anders ist. Sarrazin hat teilweise groben Unsinn geschrieben und gesprochen. Seine Vermischung von Genetik, Glauben, Kultur und misslungener Integration ist Rassismus und nicht erträglich. Die Verallgemeinerungen disqualifizieren seine Thesen. Damit schadet er vor allem der sachlichen Diskussion über ein Thema, das viele Menschen bewegt. Und er hat den Empörungs-Demokraten das Holz für seinen eigenen Scheiterhaufen übergeben. Die machen Sarrazin mit ihren reflexhaften Attacken zum Märtyrer, geben ihm mehr Ehre als seine Thesen verdient haben. Mit diesem Draufschlagen hat man schnell eine bürgerlich-rechte ausländerfeindliche Partei befördert. Die Niederlande geben dafür ein Beispiel ab. Gut, dass es integrierte Muslime wie Lamya Kaddor und andere gibt. Sie hat Sarrazins Behauptungen sauber auseinander genommen. Ohne Geifer.

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