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Neue Westfälische (Bielefeld): Der BP-Konzern und der Kampf gegen die Ölpest Historisches Debakel MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Man dürfte in diesen Tagen eine Stecknadel fallen hören in den Vorstandsbüros des Energiekonzerns BP in London. Denn dort hält man gewiss die Luft an, ob der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko nun erfolgreich zu Ende geführt werden kann. So wie in den USA und aller Welt. Doch unabhängig davon bleibt die Erkenntnis: Die Havarie der BP-Ölplattform Deepwater Horizon vor dreieinhalb Monaten hat zu einem Debakel historischen Ausmaßes geführt. 4,9 Millionen Barrel (Fässer) Rohöl flossen ins Meer, das sind gut 666.000 Tonnen, die aus dem Leck austraten. Lediglich 800.000 Barrel konnte BP auffangen. Wissenschaftler werden Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte brauchen, um die Auswirkungen auf die Natur zu erforschen. Die Ölkatastrophe, die größte ihrer Art in den USA, wird auf ewig mit dem Namen BP verbunden sein. Das bedeutet einen Imageschaden für das Unternehmen, der ebenfalls noch völlig unabschätzbar ist. Klar ist aber: Die Bewältigung der Katastrophe wird den Konzern mit seinen weltweit gut 80.000 Mitarbeitern ganz sicher an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit führen. Schon jetzt wird über einen Verkauf des zu BP gehörenden deutschen Netzes der 2.400 Aral-Tankstellen spekuliert. Dennoch führt kein Weg daran vorbei: BP ist für die Havarie hauptverantwortlich, auch wenn US-Behörden durch die Genehmigung solch riskanter Ölfördermethoden mit im Boot sind. Rund 20 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro) muss BP wohl in einen Entschädigungsfonds einzahlen. Eine Strafzahlung in ähnlicher Höhe an US-Behörden könnte hinzukommen. Der angekündigte Verkauf von Unternehmensbesitz im Wert von 30 Milliarden US-Dollar dürfte also nur einen kleinen Teil der Kosten decken. Die Nutzung fossiler Energien hat Risiken, die bisher erheblich unterschätzt wurden. Nicht nur von BP.

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