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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Ölteppich im Golf von Mexiko Schmutzige Geschäfte NICOLE HILLE-PRIEBE

Bielefeld (ots) - Während das Ökosystem im Golf von Mexiko kurz vor dem Kollaps steht, scheitert die US-Regierung mit ihrem Versuch, die Ölindustrie per Gesetz für Schäden stärker zur Kasse zu bitten. Die Obergrenze liegt bei rund 75 Millionen Dollar - eine Summe, vor der ein Unternehmen wie BP, das seinen Gewinn im Rekordjahr 2008 mit 25,6 Milliarden Dollar um 40 Prozent steigern konnte, nicht Bange sein muss. Aber Geldstrafen sind ohnehin der falsche Weg: Umweltsünder dieses Kalibers gehören ins Gefängnis, damit die Welt vor ihrer Skrupellosigkeit geschützt wird. Im Kampf um billiges Öl und gegen die Zeit bleibt die Moral auf der Strecke. Mit Umweltbewusstsein streicht man eben keine Milliarden ein. BP stand nach einem Gewinneinbruch 2009 unter einem besonders großem Druck der Aktionäre, dem das Unternehmen mit der Erschließung neuer Ölfelder begegnet. Das Rumalia-Ölfeld im Irak, Funde im ägyptischen Nildelta und im Tiefseebereich des Golfs von Mexiko sollten dazu beitragen "unser Vertrauen in die Zukunft weiter zu stärken", sagte Konzernchef Tony Hayward im Februar großspurig. Dabei weiß Hayward ganz genau, dass die Zukunft aus zwei Worten besteht: Peak-Oil. Was bedeutet, dass die Produktionsspitze bereits erreicht ist. Experten rechnen damit, dass sie ab jetzt jedes Jahr um drei bis sechs Prozent abnehmen wird. "Bis 2015 müssen wir eine Menge neuen Erdöls und Erdgases finden, die acht von zehn Barrels entspricht, die heute produziert werden", sagt Jon Thompson, Aufsichtsratsvorsitzender von ExxonMobil. Jeder hat die Möglichkeit, zu protestieren. Wie das geht, hat Shell vor 15 Jahren zu spüren bekommen, als der Konzern mit der Öl-Plattform Brent Spar auch sein Image im Atlantik versenkte.

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