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Neue Westfälische (Bielefeld): Acht Jahre Haft für Karlheinz Schreiber Ein hartes Urteil RALF MÜLLER, MÜNCHEN

Bielefeld (ots) - Acht Jahre Gefängnis hat das Landgericht Augsburg wegen der Hinterziehung von 7,3 Millionen Euro an Steuern in den Jahren 1988 bis 1993 gegen den Schmiergeldjongleur Karlheinz Schreiber verhängt. Man solle nicht sagen können, die Kleinen hänge man und die Großen lasse man laufen, sagte der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilsverkündung.  Schreiber hat die bayerische und speziell Augsburger Justiz mehr als eineinhalb Jahrzehnte genervt, an der Nase herumgeführt und reichlich Kapazitäten gebunden. Vor Gericht wollte Schreiber sein Verwirr- und Verzögerungsspiel fortsetzen, doch die Justiz ließ sich darauf nicht ein. Die Taktik, irgendwelche womöglich auch noch verstorbenen ausländischen Politiker zu Schmiergeldempfängern zu machen, deren Konto er, Schreiber, nur treuhänderisch verwaltet habe, verfing nicht. Auch die Medien waren enttäuscht von dem stets redseligen, aber wenig konkreten Strauß-Freund: Seiner Ankündigung, im Falle eines Prozesses politische Bomben platzen zu lassen, folgten nicht einmal Knallfrösche.  Die Richter münzten die andauernde Uneinsichtigkeit des Angeklagten in fehlende Milderungsgründe um. Ob für die Hinterziehung eines Betrags von 7,3 Millionen Euro an Steuern acht Jahre Gefängnis angemessen sind, bleibt zweifelhaft. Immerhin wurde das Hinterziehen höherer Beträge schon sehr viel milder bestraft. Das letzte Wort dürfte hier deshalb wohl der Bundesgerichtshof haben.  

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