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Neue Westfälische: Neue Westfaelische Bielefeld: Bischofskonferenz und sexueller Missbrauch Papier ist geduldig MICHAEL KAISER

    Bielefeld (ots) - Am Anfang war das Wort. Eine Entschuldigung - immerhin. Das war aber auch das Mindeste, was diejenigen erwarten durften, die jetzt oder schon vor langer Zeit Opfer von Missbrauch durch einen katholischen Geistlichen geworden sind. Die Ankündigung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, man werde aus dem Missbrauchsskandal an katholischen Schulen Konsequenzen ziehen, klingt gut - aber auch reichlich diffus. Es gibt ja bereits Leitlinien, wie in Missbrauchsfällen zu verfahren wäre. Sie sind acht Jahre alt und enthalten durchaus sinnvolle Festlegungen. Das Problem ist allerdings: Sie sind ganz offensichtlich nur unzureichend oder gar nicht befolgt worden. Anders wäre es nicht möglich gewesen, dass Täter bloß versetzt wurden, ohne dass der neue Dienstherr informiert wurde und der pädophile Theologe sich einer Therapie unterziehen musste. Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, das Interesse der Kirche sei zuvörderst immer noch, den Staat weitestgehend herauszuhalten, wenn es zu Vergewaltigungen oder sexuellen Übergriffen kommt - nach dem Motto: Das regeln wir intern. Das jedoch ist falsch. Missbrauchstäter verdienen keinen Schutz, sondern sollten nicht nur das Fegefeuer, sondern zeitnah die ganze Härte des weltlichen Rechts zu spüren bekommen.

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