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Neue Westfälische: Urteil gegen Marco W. Gutes Recht THOMAS SEIBERT, ISTANBUL

    Bielefeld (ots) - Der Marco-Prozess von Antalya ist zu Ende - der Marco-Prozess von Ankara fängt an. Bis zu einem Urteil des türkischen Berufungsgerichtshofes im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs des britischen Kindes Charlotte durch den deutschen Teenager werden Monate vergehen, wenn nicht Jahre. Danach landet die Angelegenheit möglicherweise noch vor dem Europäischen Menschenrechtsgericht in Straßburg, wer weiß. Die Verteidigung will mit ihrem Einspruch einen Freispruch erkämpfen, den ihr Mandant ihrer Meinung nach verdient hat. Marcos Anwälte hatten schon vor dem Urteil angekündigt, vor das Ankaraner Berufungsgericht zu ziehen, falls das Gericht in Antalya ihren Forderungen nicht nachkommen sollte. Das ist ihr gutes Recht. Doch das Gezerre um Marco Weiss wird weitergehen. Immerhin wird das nun anstehende Verfahren in Ankara weit weniger öffentlichkeitswirksam sein als der Prozess von Antalya. Akten werden hin- und hergeschickt, spektakuläre Szenen im Gerichtssaal dagegen sind kaum noch zu erwarten - und das ist gut so. Öffentlicher Rummel schadet zwei jungen Leuten, die nun zwar zweieinhalb Jahre älter sind als bei ihrer Begegnung in einem Hotel in Side, die aber seitdem schon genug von ihrer Jugend verloren haben.

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