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Neue Westfälische: Massenimpfung gegen Schweinegrippe Kanonenschuss auf Spatzen PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - Das humane Metapneumovirus ist der zweithäufigste Erkältungserreger bei kleinen Kindern und befällt jeden Winter auch etwa elf Prozent aller Erwachsenen. Bei geschwächten Menschen kann die Infektion zu schweren Atemwegskomplikationen führen. Einen Impfstoff gibt es nicht, gegen das Virus sind die Ärzte machtlos und trotzdem regt sich niemand sonderlich darüber auf. Bernard Debré, Professor für Medizin und Mitglied des französischen nationalen Ethikkomitees, hält die Schweinegrippe gar für etwas weniger gefährlich als die saisonale Grippe. Er schlägt vor, es der Industrie zu überlassen, einen Impfstoff zu entwickeln und ihn dann bei Bedarf zu kaufen. Auch der britische Influenza-Experte Tom Jefferson steht der Massenimpfaktion kritisch gegenüber. Manches spricht dafür, dass eine Massenimpfung gegen das jetzt zirkulierende relativ harmlose neue A/H1N1-Virus ein Kanonenschuss auf Spatzen ist. Die Impfung wird ohnehin nicht gegen eine Mutation schützen, die später auftauchen könnte. Wenn die Impfung aber dazu dienen soll, massenhafte Erkrankungen zu verhindern, damit die Wirtschaft ungestört läuft, ist sie keine originäre Aufgabe der Krankenversicherung, sondern dient der Daseinsvorsorge. Eine geradezu klassische Aufgabe des Staates, vor deren Kosten er sich nicht drücken darf ! Pressekontakt: Neue Westfälische Jörg Rinne Telefon: 0521 555 276 joerg.rinne@neue-westfaelische.de Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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