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Neue Westfälische: Neue Erfassung der Arbeitslosenstatistik Politische Zahlenspiele NICOLE HILLE-PRIEBE

    Bielefeld (ots) - Wenige Monate vor der Bundestagswahl ändert die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Weisung der Großen Koalition die Arbeitslosenstatistik. Die Argumentation: Wer sich in einer Trainingsmaßnahme befindet, stehe dem Arbeitsmarkt nicht mehr unmittelbar zur Verfügung und müsse aus der offiziellen Zahl herausgerechnet werden. Hinzu kommen noch jene, die durch statistische Veränderungen infolge der Hartz-Gesetze seit längerem nicht mehr als arbeitslos erfasst werden. Eine Zahl, die in die richtige Richtung geht, hat BA-Chef Frank-Jürgen Weise gestern selbst genannt: 5,8 Millionen Arbeitssuchende gab es insgesamt im Mai, darunter etwa 1,63 Millionen Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Eine Zahl, die in Zukunft nicht mehr in der Statistik auftauchen wird. Für alle, die an den wahren gesellschaftlichen Verhältnissen und Entwicklungen interessiert sind, ist das eine schlechte Nachricht. Denn ohne Zahlen fehlt häufig der Beweis und was bleibt, um die Realität zu beschreiben, ist nur ein diffuses Gefühl. Die Gesellschaft hat aber ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Nach den Worten von Weise ist die BA "sehr sicher", dass die Zahl von vier Millionen Arbeitslosen keinesfalls vor der Bundestagswahl erreicht wird. Wie man das schafft, haben wir in diesem Monat gelernt.

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