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Neue Westfälische: Nordkoreas Atomtest Wie reagieren? BERNHARD HÄNEL

    Bielefeld (ots) - Die Führung des wirtschaftlich und sozial daniederliegendes NordkoreA hat wieder einmal zum Äußersten gegriffen. Dabei durfte der jüngste Atomtest nur Menschen erschüttern, die sich noch nie mit der inneren Logik des Funktionierens von Diktaturen auseinander setzten. Machtdemonstrationen zählten schon immer zum Arsenal von Diktatoren, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Um die interne Stabilität Nordkoreas ist es schlecht bestellt. Machthaber Kim Jong Il soll herzkrank sein und an Diabetes leiden, seine Nachfolge gilt als unsicher. Sicher dagegen ist, dass die Wirtschaft danieder liegt und die Lebensmittel knapp sind. Dass Kim die Bombe knallen lässt, ist nur folgerichtig. Der Mann agiert eiskalt beim Ausmanövrieren der Gegner. Die aber hat er zu Hauf im Rest der Welt. Selbst China, bislang Nordkoreas wichtigste Schutzmacht, ist vorsichtig auf Distanz zu Kim gegangen, als er jüngst eine Interkontinentalrakete zündete. Durch Ostasien weht ein kalter Wind, selbst die zaghaftesten Ansätze für einen Ausgleich zwischen Nord- und Südkorea sind dahin. Und nicht nur die direkten Anrainer fragen was mit der Bombe passiert, Kims Hungerregime kollabiert. Um den Zusammenbruch abzuwenden, könnte Nordkoreas Regime sein Überleben zu retten versuchen mit dem Verkauf der Bombe. Zahlungskräftige Interessenten gibt es reichlich, mit denen selbst ein Schwellenstaaten wie der Iran keine Geschäfte machen würde. Um so wichtiger ist es, den üblichen Verurteilungsfloskeln eine Erfolg versprechende Strategie folgen zu lassen. Wie die aussehen könnte, bleibt allerdings ein Rätsel. Eine weitere Isolierung wird Kim nicht schrecken. Ehrliche Deals sind das einzige Mittel mit denen man dem skrupellosen Diktator in die Arme fallen kann. Dazu gehört, so bitter es ist, die diplomatische Anerkennung des Regimes.

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