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Neue Westfälische: Josef Fritzl ist verurteilt Menschliches Monster HUBERTUS GÄRTNER

    Bielefeld (ots) - Wenn man vor dem Unfassbaren steht und einem in schauerlichen Kriminalfällen die Worte fehlen, dann möchte man den 1989 verstorbenen österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard wieder zum Leben erwecken und um Hilfe bitten. Bernhard hatte früher als eloquenter Gerichtsberichterstatter gearbeitet, und dem Grauen ins Auge geschaut. Was hätte er wohl über seinen Landsmann Josef Fritzl geschrieben, den sie das "Monster von Amstetten" nennen? Oder wäre auch Bernhard in diesem Fall sprachlos gewesen? Josef Fritzl - ein Vor- und Nachname, der Schlicht- und Niedlichkeit gleichermaßen verheißt. Der aber nun für immer mit dem größten Grauen verbunden ist. Mit Ekel und Abscheu, Angst und Schrei, Folter, Verlies, Vergewaltigung und Tod. "Mord durch Unterlassen, Freiheitsberaubung, Nötigung, Inzest und Sklaverei" - in der zivilisierten Welt gab und gibt es gottlob nur extrem selten einen Menschen, der so viele unfassbare Schandtaten begangen hat. Fritzl hielt seine Tochter 24 Jahre im Keller gefangen und zeugte mit ihr sieben Kinder. Eines starb kurz nach der Geburt - Fritzl sah dem Baby zweieinhalb Tage lang beim Todeskampf zu. Einen solchen Täter darf man wohl ausnahmsweise menschliches Monster nennen. Eine "gerechte" Strafe gegen Fritzl konnte es gar nicht geben. Allenfalls eine konsequente, lebenslängliche. Er selbst hat den Prozess durch sein Geständnis abgekürzt - der laut psychiatrischem Gutachten "geistig abnorme" alte Mann muss für immer hinter Gittern bleiben. Fritzls Opfer leben nun an einem geheimgehaltenen Ort. Man kann nur hoffen, dass sie nicht enttarnt werden. Andrea Humer, die Vorsitzende Richterin am Landgericht von St. Pölten, will nach eigener Aussage "unerkannt Kipferln" kaufen. Dieses Recht muss man unbedingt auch den geschundenen, armseligen Opfern zubilligen.

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