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Ostsee-Zeitung: Parteien/SPD/Integration/Sarrazin

Rostock (ots) - Früher haben es die großen Parteien und ihr charismatisches Führungspersonal vermocht, Populisten wie Sarrazin auszuhalten, sie zu integrieren - so wie heute die gesellschaftliche Integration gegenüber Migranten gepredigt wird. Doch Sarrazin soll nicht integriert, er soll ausgeschlossen werden, weil er sich nicht stromlinienförmig verhält, wie es sich für eine Konsenspartei geziemt.Doch eine Leitkultur der politischen Konformität macht Volksparteien langweilig und ihre Wählermilieus austauschbar. Von der schwindenden Erdung sind alle großen Parteien betroffen - nicht nur die SPD, die 400 000 Mitglieder zwischen 1990 und 2008 verlor. Heute dümpelt sie bei den wöchentlichen Wahlumfragen gemeinsam mit der Union um die 30 Prozent. Längst ist die Partei der Nichtwähler zur stärksten Kraft geworden. Eine derartige Entpolitisierung tut auf Dauer keiner Gesellschaft gut. Von daher sind nicht allein die Parallelgesellschaften der Migranten, sondern ist auch die Parallelgesellschaft in der Politik eine Herausforderung für die Demokratie.

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