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Ostsee-Zeitung: Kommentar zur Sicherheitsverwahrung jugendlicher Straftäter

Rostock (ots)

"Wegsperren, und zwar für immer!" Es war Gerhard
Schröder, der im Jahr 2001 aussprach, was die Mehrheit denkt. Der 
Kanzler reagierte damals auf den Sexualmord an der achtjährigen 
Julia. Ein Verbrechen, das weit über Hessen hinaus Schlagzeilen 
gemacht hatte. Wenn es um derart entsetzliche Straftaten geht, wird 
Volkes Stimme laut. Das ist verständlich, denn das Leid der Opfer 
macht uns fassungslos. Die Gesellschaft stellt deshalb höchste 
Ansprüche an die Justiz: Auch nach Verbüßung der Strafe soll jedes 
Restrisiko ausgeschlossen sein. So wurde die Sicherheitsverwahrung - 
ein Gesetz aus dem Jahr 1933 - immer weiter verschärft. Die Zahl der 
betroffenen Gefangenen wächst.
Das gestrige Urteil bestärkt die Politik in ihrem harten Kurs. Es 
entbindet sie aber mitnichten von der weiteren Verantwortung. Dass 
Gewalttäter, die nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wurden, bei 
entsprechenden Bedenken nicht in Freiheit kommen, ist richtig. Will 
man die Täter aber nicht bloß wegsperren - wie es der Basta-Kanzler 
einst forderte - muss die Justiz gleichzeitig in Therapieangebote 
investieren. Trotz aller furchtbaren Taten: Menschenrechte sind 
unteilbar. Sie gelten auch für Schwerstverbrecher.

Pressekontakt:

Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de

Original-Content von: Ostsee-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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