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Ostsee-Zeitung: Tarifpoker in der Krise

    Rostock (ots) - Es sei der "Gipfel der Unverschämtheit", dass die Beschäftigten die Folgen der Krise ausbaden sollen. Bertold Huber sprach seinen Mitgliedern gestern aus dem Herzen. Und doch spürt der Chef der IG Metall den Gegenwind einer drohenden Rezession. Während die Bundesregierung heute ein milliardenschweres Konjunkturpaket für die bedrohte Wirtschaft schnürt, fordert der Präsident von Nordmetall Zurückhaltung an der Basis. Das Geschäftsklima befinde sich auf einem Tiefstand, aber die IG Metall lasse streiken, "als hätte man keine anderen Probleme". So hören sich Appelle an die Vernunft an, wenn die Nerven blank liegen. Es gehört zu den Kollateralschäden der Finanzkrise, dass solche Mahnungen derzeit ins Leere gehen. Angesichts der unglaublichen Vorgänge an den Börsen kommen sie eher einer Provokation gleich. Wirtschaftliche Vernunft, Solidität und Nachhaltigkeit - das waren jahrelang Fremdworte in vielen Vorstandsetagen. Da klingt es fast schon zynisch, jetzt Bescheidenheit von Facharbeitern fordern, die mit ihrem Gehalt mal gerade so über die Runden kommen.

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