Der Kinderkanal ARD/ZDF

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 für "Mohamed auf der Flucht"
Die MDR-Auftragsproduktion für KiKA wird in der Kategorie "Kurzfilm" ausgezeichnet

Erfurt (ots) - Die Schrecken des Bürgerkrieges in Syrien nehmen seit Ende 2013 immer größere Ausmaße an. Rund 2,2 Millionen Syrer sind bisher in benachbarte Länder geflohen. Die Hälfte der Flüchtlinge ist minderjährig, die Meisten von ihnen unter zwölf Jahre alt, wie eine Untersuchung des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR ergab. Die Dokumentationsreihe "Schau in meine Welt!" (HR, SWR, MDR, KiKA, rbb ) widmete sich dem Thema unter anderem in "Mohammed auf der Flucht" (MDR). Dafür wurde die Produktion in Nürnberg in der Kategorie "Kurzfilm" ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es: "Die Balance aus verständlicher, journalistischer Berichterstattung, emotionaler Tiefe und dem Blick auf Augenhöhe für ein junges Publikum gelingt so vortrefflich, dass dafür der Menschenrechts-Filmpreis 2014 in der Kategorie "Kurzfilm" verliehen wird."

Mohamed ist 13 Jahre alt und mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Syrien geflüchtet. Sie leben jetzt in einem Flüchtlingscamp an der türkisch-syrischen Grenze, in einem kleinen Zelt aus Plastikplanen. Die Familie leidet unter der Kälte und fehlenden Medikamenten. Viele Verwandte von Mohamed sind bei der Bombardierung ihres Dorfes umgekommen, jede Nacht sieht er in seinen Träumen die schrecklichen Raketenangriffe auf sein Dorf. Damit der Junge die Erlebnisse verarbeiten kann, muss er darüber reden. Einem syrischen Betreuer schildert er die Ereignisse und malt sie gleichzeitig auf. Mohamed will unbedingt wieder in sein Land zurück und dort eine bessere Zukunft aufbauen.

Dr. Astrid Plenk, Leiterin der für den Film verantwortlichen MDR-Kinderredaktion: "Wir mussten die Dreharbeiten aufgrund der schwierigen und gefährlichen Situation vor Ort mehrmals verschieben. Daher freut es mich besonders, dass dieser Film eine Würdigung erfährt. Produzent und Regisseur Guido Holz hat die Schrecken von Krieg und Vertreibung aus der Sicht von Kindern unglaublich gefühlvoll eingefangen."

"Der Kinderkanal von ARD und ZDF präsentierte die Dokumentation im Rahmen seines Schwerpunktes 2014, der Kinderrechte in den Vordergrund rückte. Die Redaktionen von ARD, ZDF und KiKA beleuchten diese Thematik aus vielen Perspektiven. Umso mehr freut es mich, dass eine dieser Produktionen den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2014 gewinnt", erklärt KiKA-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf.

"Timeline Film+TV" produzierte den Film im MDR-Auftrag für den Kinderkanal von ARD und ZDF. Ausgestrahlt wurde er erstmals bei KiKA am 26. Januar 2014 in der Reihe "Schau in meine Welt".

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wurde am 6. Dezember zum neunten Mal in den sechs Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Filmhochschule, Bildung und Amateure - jeweils dotiert mit 2.500 Euro - verliehen. Über 400 Produktionen waren in diesem Jahr zum Wettbewerb eingereicht worden.

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