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phoenix-Erstausstrahlung: Vertrieben und beraubt - Die letzten Christen im Irak: Donnerstag, 14. August 2014, 21.45 Uhr

Bonn (ots) - Seit es das Christentum gibt, gibt es Christen im Irak. Zehntausende lebten in der Millionenstadt Mossul noch vor kurzem friedlich zusammen mit Muslimen. Doch jetzt wurde eine seit Jahrhunderten währende Tradition zerschlagen. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat sämtliche Christen aus ihrem neuen Herrschaftsgebiet, einem einstigen Kernland der Bibel, vertrieben und ein "Kalifat" ausgerufen. Die meisten der aus Mossul geflohenen Menschen suchen Schutz im kurdischen Nordirak.

So wie Laura Edward. Mit ihrer Familie musste sie fliehen und verlor dabei buchstäblich alles, als Islamisten an einem Check-Point ihr gesamtes Hab und Gut abnahmen. Jetzt leben die Edwards in einem Rohbau und sind angewiesen auf Kleiderspenden.

Die Kurden im Nordirak zeigen sich solidarisch mit den Christen. Bei einer Demonstration gegen ihre Vertreibung schließen sich ihnen führende Imame an und auch kurdische Clanführer. Sie wollen den Vertriebenen helfen. Der kurdische Nordirak ist eine autonome Region und auf den ersten Blick ein friedlicher Ort voller Leben. Seit Jahren geht es den Menschen hier dank der Öl-Einnahmen wirtschaftlich gut. Erst seit ein paar Monaten, seit der verschärften Krise im Irak, machen sich auch die Kurden Sorgen und fordern deshalb ihre Unabhängigkeit. Peschmerga-General Mela Ali sagt: "Bald werden wir Kurden unser eigenes Land haben, ein freies Land der Toleranz." Darin sollen dann auch die Christen Platz finden.

Reportage von Matthias Ebert, ARD-Studio Kairo, phoenix 2014

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