PHOENIX

PROGRAMMHINWEIS
Sommerprogramm
Dienstag, 31. Juli 2001

    Bonn (ots) -
    
    9.00 Uhr Berliner Nationen
    Lebenskünstler. Chinesen in Berlin
    
    Rund zehntausend Chinesen leben in Berlin. Viele treffen sich in
einer Weddinger Pagode, wo drei goldene Buddhas und Nonnen aus Taiwan
Segen spenden - auch für Berliner. Was verbindet Chinesen und
Deutsche? Wo entsteht Nähe, wo bleibt Fremdheit? Wie "beheimatet"
fühlen sich die Chinesen in Berlin? Der Film porträtiert zwei
Berliner Chinesen: der eine Künstler und Philosoph, der andere
Koch(-künstler) und Restaurantbesitzer.
    
    Film von Jörg Röttger (2001)
    
    14.00 Uhr Land-Liebe
    Weshalb so viele Bauern keine Frau finden
    
    Arbeit von morgens bis abends, kein Urlaub, wenig Geld - nicht
gerade einladende Perspektiven, um eine Frau auf einen Bauernhof zu
locken. Das Problem ist: Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe
funktionieren tatsächlich nur als Familien-Unternehmen. Keine Frau -
keine Zukunft für den Betrieb.
    Der Film zeigt vier schleswig-holsteinische Bauernhöfe und erzählt
vier Geschichten von Lust und Leid in Sachen Partnersuche.
    Film von Dörte Westermann (2001)
    
    14.45 Uhr PHOENIX-Thema: Tschernobyl
    
    Im April 2001 jährte sich zum 15. Mal der "Supergau" von
Tschernobyl. Was ist seitdem geschehen in Sachen Reaktorsicherheit
und hat mittlerweile ein Umdenken in Richtung alternativer Energien
stattgefunden? PHOENIX zeigt die Resümees von Politikern und
Interessenvertretern.
    
    * Berlin: 15. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl - Folgen
und Aktivitäten vor Ort, Probleme und Risiken der Atomenergienutzung
sowie Stand des Atomausstiegs in Deutschland - Pressekonferenz mit
Prof. Edmund Lengfelder, Deutscher Verband für Tschernobyl-Hilfe,
Reinhard Loske, umweltpolitischer Sprecher B'90/Grüne und Michael
Müller, stellv. SPD-Fraktionsvorsitzender
    
    * Berlin: 15. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl,
Pressekonferenz mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin
    
    14.45 Uhr Geboren im Jahr der Katastrophe
    15 Jahre nach Tschernobyl
    
    Zehntausende Menschen wurden nach der Katastrophe von Tschernobyl
umgesiedelt. Doch noch immer leben mehr als eine Million Menschen im
strahlenverseuchten Gebiet. Zum Beispiel Natascha, 15 Jahre alt. Sie
wurde im Jahr des Reaktorunfalls geboren - und wohnt mit ihren Eltern
in der Stadt Jelsk nur 30 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Weil
Natascha wie die meisten Kinder unter der Strahlenbelastung leidet,
darf sie einmal im Jahr zur Erholung ins Schullandheim "Nadeshda".
Dort wird sie medizinisch versorgt und erhält unverstrahltes Essen.
Die Kinder von Tschernobyl leiden unter Immunschwäche oder
Schilddrüsenkrebs, in Nadeshda kann ihr Körper sich von dem
"Strahlenstress" erholen.
    
    Im Schullandheim trifft sie Philip und seine Klassenkameraden aus
Bad Ems in Deutschland. Gemeinsam verbringen die Kinder eine
deutsch-russische Woche. Freundschaften entstehen und der Abschied
fällt schwer. Eine Schülerbegegnung, die auch nachdenklich stimmt:
"Man macht sich so seine Gedanken, auch bei uns gibt es
Kernkraftwerke ...", meint der 14jährige Philip.
    
    Das Kamerateam beobachtet die deutschen und russischen Schüler in
Nadeshda und besucht Natascha und ihre Familie zu Hause in Jelsk. Der
Film erzählt aus der Perspektive der Jugendlichen, die sich in
Nadeshda begegnen. Wie lebt man in den verstrahlten Gebieten? Wie
geht man mit dem Risiko der Bedrohung um? Welche Perspektiven haben
die Jugendlichen für ihre Zukunft?
    Film von Rita Erben (2001)
    
    14.45 Uhr Drushnaja - Das freundliche Dorf
    
    Jedes Jahr fahren Deutsche aus Ost und West während ihres Urlaubs
in den Norden von Weißrußland. Sie bauen dort gemeinsam mit
Weißrussen ein neues Dorf für Umsiedler aus der verstrahlten Region
im Süden des Landes. Initiator ist Pfarrer Dietrich von
Bodelschwingh, ein Urenkel des Bethel-Gründers. Er hatte die Idee,
Lehmhäuser zu bauen, eine billige und ökologische Bauweise. Hand- und
Heimwerker können mitmachen, das Material gibt es fast kostenlos vor
Ort.
    Die ersten vier Häuserreihen sind fertig, mit der fünften wird in
diesem Sommer begonnen.
    
    Film von Margarethe Steinhausen (1998)
    
    14.45 Uhr Testfall Tschernobyl
    
    "Radiologischer Naturschutzpark" heißt sie heute auf
weißrussischer Seite: Die streng bewachte, menschenleere
30-Kilometer-Sperrzone um den explodierten Reaktor von Tschernobyl.
    
    Doch das Problem der nuklearen Verseuchung endet nicht am
Stacheldraht der verbotenen Zone: Ein Fünftel Weißrußlands ist mit
radioaktivem Fallout belastet. Menschen erkranken öfter als anderswo
an Schilddrüsenkrebs und Leukämie, auch heute noch werden mehr
schwerst mißgebildete Kinder geboren als vor dem Reaktorunfall. Nur
mit humanitärer Hilfe aus dem Ausland können die Folgen des Unglücks
eingedämmt werden.
    
    Tschernobyl ist zum "Testfall" geworden. Wie entwickeln sich
strahlenbedingte Krankheiten und Mißbildungen, wie die radioaktive
Belastung von Boden, Luft und Nahrungsmitteln? Und wird die Todeszone
je wieder bewohnbar sein?
    Das Team begleitet Anfang Oktober eine Gruppe von Ärzten und
Hilfsorganisationen zur "Visite vor Ort". Im zwölften Jahr nach der
Katastrophe zeichnet sich ab, daß die Bewältigung der Folgen eine
Aufgabe für Generationen ist.
    Film von Hildegard Werth (1998)
    
    14.45 Uhr Tödlicher Pakt
    Deutsch-russische Atomgeschäfte
    
    Tschernobyl wird stillgelegt - endgültig. Die Welt könnte
aufatmen. Doch Russland rüstet auf. Mit Hilfe der deutschen
Wirtschaft plant das Land den Einstieg ins weltweite Atomgeschäft in
ganz großem Stil. So soll die seit Jahren brachliegende Hanauer
Plutoniumfabrik in den Südural verkauft und dort wieder aufgebaut
werden. Eine Atomanlage, die in Deutschland aus Sicherheitsbedenken
nie in Betrieb gehen durfte.
    
    Der russische Standort im Ural ist die am stärksten radioaktiv
verseuchte Region der Welt: Mayak. 1957 explodierte dort ein Tank mit
hoch radioaktiven Stoffen. Schätzungsweise 500.000 Menschen wurden
verstrahlt. Tausende Männer, Frauen und Kinder leiden bis heute an
den Folgen. Stillgelegt wurde die Atomfabrik Mayak nie. Immer wieder
kommt es zu gravierenden atomaren Zwischenfällen. Das belegen die
Aussagen eines ehemaligen Inspektionsleiters der russischen
Atomkontrolle.
    Diese Region ist das Zentrum der Planspiele deutsch-russischer
Atomgeschäfte. Hier sollen für alle Welt Plutoniumbrennstäbe
hergestellt und abgebrannte Brennelemente - auch aus Deutschland -
wieder aufgearbeitet werden. Im Angebot ferner die Endlagerung für
Atommüll.
    
    Bei ihren Dreharbeiten konnte die Filmautorin auch in anderen
Gebieten Russlands Atomanlagen in Augenschein nehmen. Zum Beispiel
das älteste Atomkraftwerk vom Typ Tschernobyl an der Ostseeküste vor
St. Petersburg. Dort wird unter anderem Strahlenmüll gelagert.
Russische Experten behaupten, dass aus diesem Lager immer wieder
radioaktiv verseuchtes Wasser austrat.
    
    Fazit: Viele Atomanlagen in Russland sind schrottreif und tickende
Zeitbomben.
    Besonders alarmierend, dass Millionen an EU-Geldern, gedacht, die
Sicherheitsstandards russischer Reaktoren zu verbessern,
zweckentfremdet versickern.
    
    Russlands Atomminister Jevgenij Adamov betont in der
Dokumentation, dass sein Land ein starkes Interesse daran habe,
Atomstrom äußerst billig in den Westen zu verkaufen.
    
    Film von Sabine Kemper (2000)
    
    Wissenschaft und Umwelt
    19.15 Uhr Wenn die Natur zuschlägt
    4-teilige Reihe. 4. Teil: Panik am Feuerberg
    Wie die Südländer den Vulkanen trotzen
    
    Der 1200 Meter hohe Vesuv scheint seit langem zu schlafen. Nur ein
paar Rauchsäulen zeigen an, dass es in seinem Bauch brodelt. Ein
leichtes Erdbeben im Oktober 1999 hatte die Gegend in Panik versetzt.
Kündigte es den lang befürchteten Ausbruch an? Der Vesuv ist ein
völlig unberechenbarer Vulkan. Was ihn so gefährlich macht: An seinem
Fuß leben zwei Millionen Menschen. Und nur in wenigen der 18 Dörfer
und Städte gibt es Notpläne für den Ernstfall. Dabei weiß jeder in
der Bucht von Neapel, was beim Ausbruch im Jahr 79 nach Christus
geschah. Damals flog der halbe Berg in die Luft, die Explosionssäule
stieg 20 Kilometer in den Himmel. Beim letzten großen Ausbruch 1944
flog der Gipfel weg. Seitdem grollt der Feuerberg nur noch
gelegentlich. Das macht den Vulkanologen Sorgen, denn nach ihren
Berechnungen wäre eine Eruption längst fällig, die Magmakammer ist
voll. Nach dem Besuch am Vesuv bricht einmal mehr der nahe Ätna aus.
Rot glühende Lavamassen schießen mehrere hundert Meter hoch in den
Himmel. Eine Aschewolke verdunkelt die Sonne. Der 3300 Meter hohe
Berg ist noch immer einer der aktivsten Vulkane der Erde.
    
    Weltweit leben heute rund 500 Millionen Menschen in Angst vor
einem Vulkan. Die Ausbrüche des Mayon auf den  Philippinen und des
Usu in Japan kündigten sich rechtzeitig an, Zehntausende konnten sich
in Sicherheit bringen. Doch einen absoluten Schutz vor den
Feuerbergen gibt es nicht, so sehr sich die Forscher auch mühen.
    
    Film von Rolf Pflücke (2000)
    
    20.15 Uhr Alto Mayo
    
    Der "wilde" Osten Perus ist eine auch heute noch kaum zugängliche
und weitgehend unbekannte Region Südamerikas mit einem noch
einigermaßen intakten tropischen Regenwald und einer einzigartigen
Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Die Ureinwohner dieser Region, die
Aguaruna-Indianer, versuchen nach altüberlieferten Regeln im Einklang
mit der Natur zu überleben. Doch aus anderen Regionen Perus kommen
immer mehr verarmte Landarbeiter, die in Brandrodung und der
gewaltsamen Inbesitznahme von Teilen des Urwalds ihre einzige Chance
sehen, sich eine neue Existenzgrundlage zu schaffen. Beide Gruppen,
Siedler wie Indianer, kämpfen mit guten Argumenten für ihre
Existenzrechte - und sind dabei völlig auf sich gestellt, denn die
peruanische Staat hat kein Konzept.
    
    Film von Hans Giffhorn (2001)
    
    21.00 Uhr Mit dem Lastwagen zum Himmel
    Auf der Karawanenstraße im Hindukusch
    
    Die Fahrt über Pakistans abenteuerlichste Passstraße zur Grenze
Chinas gewährt auf 1200 Kilometern tiefe Einblicke in das Leben der
Völker des Hindukusch und zugleich atemberaubende Aussichten auf
Abgründe in ungesicherten Steilkurven. Der "Karakoram Highway" über
einen der höchst gelegenen Pässe der Welt ist die einzige Verbindung
zwischen Pakistan und China.
    
    Der Film begleitet Lastwagenfahrer Jamil auf seinem
Himmelfahrtskommando durch die faszinierende und gefährliche
Landschaft. Schon der Bau der Abenteuerpiste vor über 20 Jahren hatte
pro Kilometer Baustelle ein Todesopfer gefordert. Heute gehen die
Gefahren mehr vom Drogenhandel und Waffenschmuggel aus.
    
    Film von Patrick Schmitt und Nicolas Beauvisage (1998)
    
    22.15 Uhr Die Story
    Mariana geraubt und adoptiert
    Wie eine Militärdiktatur bis heute nachwirkt
    
    Die 17jährige Mariana glaubte, sie sei die Tochter von Miguel
Furci, einem argentinischen Geheimdienst-Agenten. Aber das ist sie
nicht. Ihre Eltern waren Revolutionäre aus Uruguay, die in
Argentinien während der Diktatur des Generals Videla verschwanden.
Mariana - damals ein Baby - wurde wie andere Kinder von sogenannten
Staatsfeinden von Geheimpolizisten "adoptiert".  Aber die beiden
Großmütter suchten und fanden schließlich nach 16 Jahren ihre Enkelin
Mariana. Sie erwirkten ein Gerichtsurteil gegen die "Adoptiveltern",
aber die Enkelín will von ihren Großmüttern nichts wissen.
    
    Film von Gonzalo Arijon und Virginia M. Vargas (2001)
    
    23.15 Uhr Pariser Journal
    4-teilige Reihe von Georg Stefan Troller aus dem Jahr 1962
    
    Themen dieses Journals u.a. das Verhältnis von Deutschen und
Franzosen, Chansonette Edith Piaf und das berühmte Pariser Quartier
Latin.
    
    Bearbeitet von Joachim Dennhardt
    
    Neue 3-teilige Reihe
    00.00 Uhr Solange sie noch fahren...
    Die letzten Arbeitssegler
    1. Teil: Auf Binnengewässern
    
    Zwei Jahre lang haben die Autoren rund um den Globus die letzten
Arbeitssegler aufgespürt, auf ihren Dschunken in China, den Ayassas
im Nildelta, auf Shampans in Bangladesch, in Chile, Indien, Sri
Lanka, Indonesien und Brasilien - eine Zeitreise in eine fast
vergessene Welt, die bald nicht mehr existieren wird.
    Schifffahrt unter Segeln begann auf Binnenseen, Lagunen und
Flüssen, mit Flößen und Schilfbooten. Auf dem Titicacasee sind heute
noch Schilfboote zu sehen, wie sie vor 4000 Jahren auch auf dem Nil
fuhren. Dort ist die Zeit solcher archaischer Fahrzeuge vorbei, doch
es gibt immer noch die tief im Wasser liegenden Ayassas mit ihren
hoch aufragenden Lateinersegeln. Die Arbeit an Bord gleicht der
Sklavenarbeit des Altertums. Dort, wo der Nil sich in viele Arme
aufteilt, gibt es Tausende traditioneller Fischerboote, die Manzalas.
Und hölzerne Nachfahren der Schilfboote, die von Ägypten und Indien
kamen, haben in den Lagunen der Malediven überlebt: Mulahs,
Frachtsegler, die die Versorgung zwischen den Koralleninseln
gewährleisten.
    
ots Originaltext: PHOENIX
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Film von Neil Hollander und Harald Mertes (2001)

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