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Erstausstrahlung/Preview verfügbar: Algier - Schön, schräg, schonungslos, Dienstag, 18. Februar 2014, 21.45 Uhr

Bonn (ots) - Algier, die Hauptstadt Algeriens wird auch die weiße Perle am Mittelmeer genannt: Prächtige Kolonialarchitektur, eine zum Weltkulturerbe gehörende Kasbah, bunte Märkte, quirliges Leben, arabisch-französische Bäckereien und Dauerstaus. All das ist Algier, die Hauptstadt des größten und eines der reichsten Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Hier leben mittlerweile über drei Millionen Menschen.

Algier ist voller Widersprüche! Das Land hat durch Öl- und Gasvorkommen großen Reichtum, jedoch sind die meisten Bewohner Algiers arm. In Algerien besteht die Pressefreiheit, obwohl eine autoritäre Elite das muslimische Land regiert. Algerien hat seit 1991 in einem jahrelangen Bürgerkrieg gegen den politischen Islamismus gekämpft. Nach den Jahren des Terrors und der Gewalt, geht es den Menschen in Algier heute um Stabilität, nicht um Revolte. Das sei der Grund, warum es während des arabischen Frühlings in Algier still blieb, sagen viele.

Die Autorin Edith Lange spricht mit der algerischen Künstlerin Amina Menia. Diese ist der Meinung, dass Algerien auf dem friedlichem Weg der permanenten Veränderung in eine Demokratie sei. Ausserdem trifft sie Boualem Sansal, Algeriens bekanntesten Schriftsteller, der 2011 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Sein neuester Titel "Allahs Narren - Wie der Islamismus die Welt erobern wird" erschien im September 2013. Sansal sieht die Situation in seinem Land kritischer. Im Gegensatz zu Amina Menia, erklärt der Autor den Kulturkampf zwischen Islamisten und Demokraten als Hauptproblem des Landes.

Zur Zeit wächst ein milliardenteures Bauprojekt in den Himmel Algiers: Die drittgrößte Moschee der Welt entsteht als neues Wahrzeichen der Stadt. Gebaut wird sie unter der Leitung des deutschen Architekturbüros Jürgen Engel von chinesischen Arbeitern. Ein wahrhaft interkulturelles Projekt der Superlative: Die Moschee beeindruckt durch die imposante Höhe des Minaretts von ca. 265 Metern und den gewaltigen Kubus, der bis zu 35.000 Menschen fassen wird. Kritik an diesem religiösen Gigantismus üben die Redakteure von El Watan Weekend, die sich in ihrer Zeitung mit Karikaturen über die Neue Moschee lustig machen. Sie sehen die "Mosquée de l'Algérie" als Prestigeprojekt des Präsidenten Abd al-Aziz Bouteflika.

Reportage von Edith Lange, Hessischer Rundfunk/2014

Erneute Ausstrahlung: Donnerstag, 20. Februar 2014, 18.00 Uhr; Freitag, 21. Februar 2014, 17.15 Uhr

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