PHOENIX

Phoenix-Programmhinweis
Dienstag, 15. Mai 2001

    Bonn (ots) -          20.15 Uhr PHOENIX-Schwerpunkt:     Der Fall Peggy - Sind wir alle hilflos?          Noch immer gibt es keine Spur der neunjährigen Peggy. Sie verschwand vor einer Woche auf dem Heimweg von der Schule. Inzwischen geht die Polizei von einem Verbrechen aus. Die Eltern schwanken zwischen Hoffen und Bangen.

    Peggys-Fall ist kein Einzelfall. Zuletzt waren es die Eltern der 12jährigen Ulrike, die im Ungewissen blieben, bis sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt haben. Der Mörder wurde kurze Zeit später gefasst. Ein schwacher Trost für die Eltern. Auch eine Aufklärungsquote von 90 Prozent bei Verbrechen an Kindern löst das grundsätzliche Problem nicht: Wie können wir unsere Kinder schützen?

    Warum muss es überhaupt zu diesen schlimmen Verbrechen kommen? Warum ist die Gesellschaft machtlos gegen Kindesentführungen? Wer sind die Straftäter? Wie soll mit ihnen verfahren werden? Gibt es Möglichkeiten, unsere Kinder besser zu schützen oder muss man mit der Angst leben?

    Darüber diskutiert Martin Schulze mit seinen Gästen.          Interessierte Zuschauer können sich über die PHOENIX-Hotline 01802-8217 und per Fax 01802-8213 an der Diskussion beteiligen.               9.15 Uhr Sattes Land - hungrige Kinder?          "Hungernde Kinder - das gibt es in Deutschland nicht!" Diesen Satz hört Pastor Bernd Siggelkow aus Berlin-Hellersdorf fast täglich. Doch er selbst kann und will den Hunger der Kinder in seinem Stadtviertel nicht ignorieren und so kämpft er für eine Küche, die hungrigen Kindern täglich eine warme Mahlzeit anbietet.

    Die Reportage "Sattes Land - hungrige Kinder" zeigt, dass Berlin-Hellersdorf kein Einzelfall ist. Eine Statistik, in der erfaßt wurde, wieviele Kinder in Deutschland hungern, gibt es nicht. Doch Beobachtungen von Wahlfahrtsverbänden und dem Kinderschutzbund belegen: Immer mehr Kinder aller Altersstufen sind von Hunger betroffen. Tatsache ist auch, dass in immer mehr Städten Menschen wie Pastor Siggelkow handeln, um den Hunger der Kinder zu bekämpfen.

    In Hannove rwurde z.B. die "Nordstädter Kindertafel" eingerichtet. Kinder aus einem sozialen Brennpunkt erhalten hier einmal am Tag eine warme Mahlzeit umsonst. Ähnliches findet sich in Oldenburg und München. All dies beruht auf privatem Engagement und Spenden - für hungrige Kinder gibt es aus kommunalen Töpfen keine Gelder. Und so bleiben diese Initiativen ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nur ca. 4,50 DM täglich stehen laut Sozialhilfegesetz zur Verfügung, um ein siebenjähriges Kind zu ernähren. Dazu kommt: In armen Familien - dies belegen Studien - wird immer zuerst am Essen gespart. Und so geschieht es, dass Kinder plötzlich nur noch unregelmäßig essen, keine warmen Mahlzeiten erhalten, manchmal - insbesondere gegen Monatsende - nur noch mit Nudeln und Brot ernährt werden.          Stellvertretend für alle Kinder, die betroffen sind, spricht ein 14jähriger Junge aus, was er empfindet, wenn er hört, dass viele Menschen in Deutschland den Hunger im eigenen Land nicht sehen wollen: "Ich finde, dass die Menschen wissen sollten, dass es Menschen wie mich gibt, die hungern. Dass viele dies nicht wissen wollen, das macht mich wütend."     Film von Eric Friedler               13.00 Uhr Die Quotenmacher          "Es geht um Millionen..." - kein Wort mehr vertraut Privatdetektiv Peter Schmilinsky (Wolfgang Muhr) seiner neugierigen Frau Susemihl (Gerda Gmelin) im Hausflug an. Doch nicht um Geld, sondern um Zuschauer, um Fernsehforschung, Marktanteile, Statistik, Zahlen, Daten und Fakten geht es. Denn Schmilinsky soll herausfinden, wie die Einschaltquote in Deutschland gemessen wird. Bei seinen Recherchen lernt er Quotenforscher wie Michael Darkow von der GfK in Nürnberg kennen, begegnet dem Schweizer Messgeräte-Erfinder Matthias Steinmann, trifft die Medienforscherin Susanne Kayser im ZDF, besucht Privathaushalte ehemaliger Panelteilnehmer und erfährt das Quotengeheimnis des TV-Moderators Roger Willemsen. Mit diskretem Auftreten und ausgerüstet mit modernster Technik sammelt Schmilinsky Aussagen zum Thema Quote - ganz sicher ist er dabei allerdings nicht. Und in Wirklichkeit geht es um 17 Millionen von Thomas Gottschalk, aber das wird seine Nachbarin wohl nie erfahren.          Die Einschaltquote gilt als Gratmesser der Fernsehlandschaft. In einer Mischform aus Dokumentarfilm und Fiktion beschäftigt sich die Fernsehwerkstatt "quantum" erstmals ausführlich im Fernsehen mit dem Thema Quote. Dabei kommen zahlreiche Fernsehprofis zu Wort, die erläutern, warum es für öffentlich-rechtliche Sender wichtig sein kann, "auch mal eine kleine Quote" (Susanne Kayser) zu erzielen. Die Wertigkeit einer Einschaltquote definiert sich zusehends über Zielgruppen und kleinere Marktsegmente, denn "Quoten einer erlesenen Zuschauergruppe können viel wert sein", meint der Werbeexperte David Linn. Die von der GfK ermittelten Zahlen sind "allgemein anerkannt" (Helmut Thoma), sie gelten als "marktgültige Währungseinheit" (Fred Kogel), sind letztlich aber nur das Ergebnis statistischer Berechnungen.          Jenseits der aktuellen Diskussion hinterfragt Autor und Regisseur Christoph Weinert Messmethoden und Bedeutungen der von der GfK ermittelten Daten. Sein Detektiv und die von ihm befragten Fernsehmacher hätten es in den 60er Jahren einfacher gehabt. Damals gb es in Deutschland nur zwei Sendeanstalten, die Quoten wurden noch mit einfachsten mechanischen Geräten gemessen und deutsche Krimis waren Straßenfeger und erzielten astronomisch hohe Einschaltquoten.     Dokumentarfilm von Christoph Weinert               14.00 Uhr Selten so gelacht...     Die Witzarbeiter vom Fernsehen          Fernseh-Comedy: Eine Form der TV-Unterhaltung, die seit Jahren boomt wie keine andere: "Die Wochenshow", "Voll witzig", "TV Total", "Ritas Welt". "Die Harald Schmidt-Show": Eine inzwischen unüberschaubare Flut von SitCom- und Comedyformaten überschwemmt die Wohnzimmer. Die Unterhaltungsindustrie produziert wie noch nie: Lacher und glänzende Umsätze. Denn bei TV-Comedy platziert die werbetreibende Wirtschaft besonders gern ihre Spots - ein Milliardengeschäft.          So ist ein Heer von Witzeerfindern täglich auf der Suche nach neuen Pointen. Sie sichten den gesamten TV-Ausstoß Deutschland auf (unfreiwillige) Komik (zum Beispiel für TV Total), schreiben Sketche und Drehbücher und vermarkten gekonnt lustige Ideen in gutes Geld. Und die meisten von ihnen leben und arbeiten in Köln, der Hauptstadt des deutschen TV-Frohsinns.          Für ihren Film "Selten so gelacht - Die Witzarbeiter des Fernsehens" zeichnen die Autoren Alexander Wasner und Thomas Michel das Portrait einer Branche, die sich immer schneller um sich selber dreht. Sie sprachen mit Stars wie Anke Engelke, Ingolf Lück und Gaby Köster; sie besuchten Medienagenten, Nachwuchskomödianten und diejenigen, die bislang den Witz für sich gepachtet hatten: Die Altstars der deutschen Komik Robert Gernhardt ("Titanic"-Gründer und Otto-Waalkes-Ghostwriter), Hanns-Dieter Hüsch und Jochen Busse (Münchner Lach- und Schießgesellschaft).          Für "Selten so gelacht" erklärt Busse, wie und warum die Deutschen seit ein paar Jahren auf den Witz gekommen sind.     Film von Alexander Wasner und Thomas Michel               Wissenschaft und Umwelt     19.15 Uhr Mitgift - Aus Katastrophen lernen     3-teilige Reihe. 3. Teil: Love Canal, Dortmund-Dorsfeld & Co.          Ausgerechnet in der Nähe der malerischen Niagara-Fälle, in einem Ortsteil namens "Love Canal", hatten 3000 Menschen jahrelang auf 20.000 Tonnen hochgiftigem Abfall gelebt. Das Gelände war zu einem Preis von einem Dollar von einem Chemiekonzern an die Stadt verkauft worden. Zwar waren die Behörden über das Gift im Boden informiert, doch die Bewohner des Ortes blieben ahnungslos - bis das Gift in die Keller vieler Häuser schwappte und zu Missbildungen bei Neugeborenen führte.

    Mitte der 80er Jahre wurde Dortmund-Dorstfeld hierzulande zum Synonym für den unverantwortlichen Umgang mit vergrabenen und vergessenen Müll. Ein Stadtteil für kinderreiche Familien war auf einer ehemaligen Zeche errichtet worden, Gift drang auch hier in die Keller, belastete die Bewohner.

    Eine ganze Reihe von Maßnahmen soll und kann verhindern, dass sich solche Umweltskandale wiederholen. Was zu tun ist, zeigt dieser Film.     Film von Meike Hemschemeier und Thomas Weidenbach (2000)     21.00 Uhr Die Spur der Kinderschänder     Dutroux und die toten Zeugen          Es war ein Krimi, der Belgien monatelang in Atem hielt. Am 15. August 1996 hatte die Polizei zwei kleine Mädchen aus dem Kellerverlies eines Hauses bei Charleroi befreit. Ihr Peiniger, der 35jährige Marc Dutroux, wurde gefasst. Er soll jahrelang Kinder für pädophilen Sex und Videoaufnahmen missbraucht und mehrere Mädchen ermordet haben. Eine Serie schrecklicher Verbrechen schien aufgeklärt.

    Doch bald zeigte sich, dass Dutroux kein Einzeltäter war. Hinter
ihm standen ehrenwerte Mitglieder aus Politik und Gesellschaft. Das
ganze Land geriet in Aufruhr, am 20. Oktober zogen 300.000 Menschen
protestierend durch die Brüsseler Innenstadt und forderten die
Regierung auf, die ganze Affäre offenzulegen. Doch das ist bis heute
nicht geschehen. Die Ermittlungen wurden verschleppt, ein
Prozesstermin gegen Dutroux & Co. Steht bis heute nicht fest.
Offenbar wollen Politik und Justiz Gras über die Sache wachsen
lassen. Inzwischen sterben immer mehr Zeugen auf mysteriöse Weise.
    
    Wie Piet Eckmann in seiner Dokumentation zeigt, sind bisher
mindestens 17 Personen aus dem Umfeld der Ermittlungen ums Leben
gekommen. Eine Sozialarbeiterin starb bei einem Autounfall, sie hatte
zuvor Todesdrohungen bekommen. Ein Polizeiinformant viel plötzlich
tot um. Eine Frau, die über Dutroux aussagen wollte, wurde erwürgt
aufgefunden. Die Bekannte seines Komplizen fand man erhängt. Ein
Verdächtiger raste gegen ein Haus und starb. Der Schrotthändler, der
Dutroux' Tatfahrzeug zerlegte, wurde vergiftet. Seine Frau verbrannte
im Bett. Und der Staatsanwalt, der die Anklage gegen die
Kinderschänder formulieren sollt, beging angeblich Selbstmord.
    
    Piet Eckmann hat den Fall Dutroux seit 1996 verfolgt. Er versucht
in seiner Dokumentation die losen Fäden des Netzes zu verknüpfen.
Eltern der ermordeten Mädchen, Zeugen und Fahnder stehen ihm Antwort.
Das graue Charleroi, die Heimatstadt Dutroux', ist eine unheimliche
Kulisse von Verbrechen, Angst und Schweigen. Wer waren die Zeugen und
warum sind sie auf so rätselhafte Weise umgekommen? Ein Komplott auf
höchster Ebene - oder doch nur Zufall?
    Film von Piet Eckmann
    
    
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