PHOENIX

Phoenix-Programmhinweis
Donnerstag, 11. Januar 2001

    Bonn (ots) -          10.30 Uhr Made in Germany     Hans Gerling - Der König von Köln          Hans Gerling galt stets als schwierig, unnahbar, reserviert und öffentlichkeitsscheu. Mit seinen Aktivitäten und Ideen hielt er die Versicherungswirtschaft in Atem - mit seinem Konzern machte er immer wieder Schlagzeilen. Am 14. August 1991 starb Hans Gerling. Den Titel "König von Köln" hatte ihm seine pompöse Lebensweise eingebracht. Bereits als 18-Jähriger war Hans Gerling von seinem Vater als Vorstandsmitglied in die Gerling Konzern Rheingruppe aufgenommen worden. Unter seiner Leitung machte der Konzern eine steile Aufwärtsentwicklung und wurde zu einem der bedeutendsten Versicherer der Bundesrepublik. Als im Sommer 1974 das Bankhaus I.D. Herstatt KG a. A. in Köln durch wilde Fehl-Spekulationen kollabierte - es gehörte Gerling zu 80 Prozent - musste Hans Gerling 51 Prozent seiner Holding zur Sicherstellung an die Gläubiger abgeben. Erst 1986 gelang ihm ein spektakuläres Comeback. Gerling war wieder Gerling. Er hatte es geschafft, in die Schaltzentrale des Konzerns zurück zu kehren. Aufsehen um den Konzern hatten auch die Journalisten Günter Wallraff und Bernt Engelmann mit ihrem Buch "Ihr da oben - wir da unten" erregt. Eingeschleust unter falschem Namen hatte Wallraff die Firmenphilosophie des Gerling-Konzerns als autoritär-feudalistisch entlarvt.

    Ungeachtet seines Alters und seines beeinträchtigten Gesundheitszustandes behielt Hans Gerling bis zuletzt die Fäden in der Hand. Das erfolgreiche Gerling-System hieß: Direktverkauf von Versicherungen an die deutsche Industrie. Daran hat sich bis heute wenig geändert.          Dokumentation von Raimund Kusserow (2000)               Gesellschaft     Neue 6-teilige Reihe     19.15 Uhr Die wilden 60er-Jahre     "Toast Hawaii und Fernsehfieber" - Alltag und Konsumträume          Anhaltende Vollbeschäftigung und steigende Löhne und Kaufkraft sorgen in den 60-er Jahren erstmals in der deutschen Geschichte dafür, dass immer mehr Menschen an der allmählich entstehenden Konsum- und Freizeitgesellschaft teilhaben können. Zu Beginn des Jahrzehnts sind die Wünsche und Vorstellungen von dem, was man sich leisten kann und darf, bei vielen noch sehr bescheiden. Die arbeitsfreie Zeit wird vielfach für Überstunden oder Nebentätigkeiten genutzt, um ein paar zusätzliche Mark zu verdienen.

    An oberster Stelle steht bei jungen Familien der Wunsch nach den eigenen vier Wänden, ob als Wohnung oder gar als Eigenheim, denn noch immer ist die Wohnungsnot der Nachkriegszeit nicht behoben. Im Laufe des Jahrzehnts werden dann auch andere Träume wahr. Der Film erzählt aus der Sicht der "kleinen Leute", wie sie sich ihre Wünsche nach und nach erfüllen und wie sie beginnen, das "Sich-etwas-leisten-können" zu genießen. Er beschreibt den Traum vom schönen Wohnen mit Kühlschrank, Waschmaschine und Fernsehgerät, den Traum vom eigenen Auto und schließlich den Traum vom Urlaub.          Dokumentation von Hildegard Knoop               21.00 Uhr Holokaust     4. Teil: Mordfabrik          Konzentrationslager - Für die braunen Machthaber dienten sie von Anfang an einem simplen Zweck: Hier wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert: Kommunisten und Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, oppositionelle Priester und Pastöre, politisch unliebsame Juden, Sinti, Roma oder Homosexuelle. Der erste Ort des Schreckens war das KZ Dachau. Nach seinem Vorbild wurden alle anderen Lager aufgebaut. Das KZ Auschwitz:  Ursprünglich ein Lager für polnische Häftling; nach dem Überfall auf die Sowjetunion überwiegend für sowjetische Kriegsgefangene, Tod durch Arbeit, durch Kälte oder durch Erschießen - all diese Mordmethoden wurden den Vollstreckern zu mühsam. Deshalb kam es am 5. und 6. September 1941 zu einem makabren Test: Zum ersten Mal wandte die SS an jenem Tag das Blausäurepräparat "Zyklon B" an Menschen an; "erfolgreich", wie Lagerkommandant Höß zufrieden feststellte.

    Mit tödlicher Präzision wurde der Beschluss zur "Endlösung der
Judenfrage" ab März 1942 in Auschwitz umgesetzt. Im Juli kam
Reichsführer SS Heinrich Himmler zur Inspektion. Auf dem
"Besuchsprogramm" standen Selektion und Vernichtung eines
holländischen Judentransportes. Bis zuletzt versuchten die Mörder,
ihre Opfer in Sicherheit zu wiegen: "Duschraum" und "Zur
Desinfektion" stand auf den Schildern vor dem Gebäude mit den
Gaskammern. "Macht schnell", trieben die SS-Männer die Ahnungslosen
an. Als der letzte in der Gaskammer war, wurde die Tür verschlossen,
zwei SS-Männer warfen durch eine Öffnung das Zyklon B ein - fünf
Kilogramm, um 1500 Menschen zu töten. Nach nur 15 bis 20 Minuten war
die Mordaktion vorbei. Himmler war mit dem Vernichtungswerk hoch
zufrieden. Er befahl, die Effektivität des zentralen
Menschenschlachthofs Auschwitz ständig zu verbessern. Ab Mitte 1943
konnten täglich zwischen 5000 und 8000 Menschen in den 52
Brennstellen der 15 installierten Verbrennungsöfen verbrannt werden.
Dicker schwarzer Qualm wurde zum "Wahrzeichen" der Mordfabrik - das
letzte, was von über einer Million Opfer blieb. Die Menschen in der
Umgebung wussten, was es damit auf sich hatte: "Die verbrennen
Menschen", erfuhr ein Ingenieur vor Ort und erzählte es bei seinem
nächsten Heimaturlaub seiner Schwester. Der Massenmord - als
verstohlenes Gerücht kursierte er bereits im "Altreich". Anita
Lasker-Walfisch, eine Jüdin, die damals in Breslau lebte, erfuhr
schon 1942 von den Gaskammern: "Aber wer kann so etwas glauben? Ich
habe es absolut nicht geglaubt". 1943 schließlich bestätigt ihr ein
nach Theresienstadt zurück verlegter Häftling aus Auschwitz diese
furchtbare Wahrheit. "Jung wie ich war, habe ich mich darauf
vorbereitet, dass man mich ermorden wird...", so Anita
Lasker-Walfisch.    
    
    Film von Maurice  Philip Remy in Zusammenarbeit mit Ralf
Piechowiak und Michaela Liechtenstein (2000)
    
    Fotos abrufbar beim ZDF-Bilderdienst Telefon: 06131-706100
    
    21.45 Uhr Diskussionsrunde zur 4. Folge
    
    Über die  Gräueltaten in Auschwitz diskutiert  Guido Knopp mit
zwei  Zeitzeugen und Auschwitz-Überlebenden  sowie zwei Historikern.
Im PHOENIX-Studio sind: Anita Lasker-Wallfisch, die in Auschwitz im
Frauenorchester musizierte und heute in London lebt; Max Mannheimer,
Auschwitz-Überlebender und Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau;
der  Bochumer Historiker und Auschwitz-Experte Norbert Frei und der
Erlanger Historiker und Berater von  Helmut Kohl, Michael Stürmer.
    
    
    22.30 Uhr Im Reich der Pharaonen
    "Old Winter  Palace" in Luxor
    
    Das "Old Winter Palace" Hotel in Luxor, von den Briten im
prachtvollen Kolonialstil um die Jahrhundertwende im Zentrum des
Pharaonenreiches gebaut, ist inzwischen selbst zu einer
Sehenswürdigkeit Ägyptens, zu einem kulturhistorischen Zeugnis,
geworden. Der Film porträtiert diese koloniale Luxusherberge, die
Anziehungspunkt für Entdeckungsreisende des Orients, für betuchte
Abenteurer aus dem Empire, für Wissenschaftler, Schriftsteller und
Archäologen war. Außerdem beschreibt der Film die unmittelbare
Umgebung des Hotels, die einzigartig ist: die Totenstätten der
Pharaonen, das Tal der Könige, Karnak mit der legendären Säulenhalle,
die als eines der sieben Weltwunder gilt, und die Tempelanlagen von
Luxor.
    
ots Originaltext: Phoenix
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