PHOENIX

Programmhinweise für Mittwoch, 13. Dezember 2000

Bonn (ots) - 20.15 Uhr Schwerpunkt Spenden - Aber wofür? Weihnachtszeit - Spendenzeit: Aus den Briefkästen quellen Spendenaufrufe, beim Weihnachtseinkauf trifft man allerorten auf Sammelbüchsen und Einzugsermächtigungen. Dabei wird der Spendenwald immer unübersichtlicher. Der Wildwuchs von Organisationen, deren wohltätiges Engagement zumindest umstritten ist, nimmt zu. Hinzu kommt eine zunehmende Professionalisierung beim Spendensammeln. Immerhin geht es um mehrere Milliarden, die von den Deutschen jedes Jahr gespendet werden. Ob steuerlicher Vorteil, Balsam für das Gewissen oder das Bedürfnis einfach zu helfen, der Spender möchte wissen, was mit seinem Geld tatsächlich geschieht. Es gibt anerkannte Spenden-Prüfsiegel, jedoch besitzt beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz dieses Siegel nicht. Wie zuverlässig sind die Prüfsiegel? Wer prüft was mit den Spendengeldern geschieht? Wem kann man guten Gewissens sein Geld anvertrauen? Martin Schulze diskutiert mit Burkhard Wilke, "Spenden-TÜV" Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, Christoph Müllerleile, Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing, Lutz Wilde, Finanztest, und Klaus Rieth, "Brot für die Welt". Interessierte Zuschauer können sich über die PHOENIX-Hotline 01802-8217 und per Fax 01802 8213 an der Diskussion beteiligen. 21.00 Uhr Nicht nur zur Weihnachtszeit Vom Umgang mit Spenden "Es sind Gefühle frei geworden, die ich nicht geahnt hätte. Dieser Besuch wird mir unvergesslich bleiben. Und natürlich möchte ich verfolgen, wie der Bursche heranwächst..." So beschreibt Irene Wiendl ihre erste Begegnung mit dem neunjährigen Wilkin, einem Kind aus den Slums in Las Auyamas (Dominikanische Republik), ihrem "Patenkind". Vor drei Jahren haben sich Irene Wiendl und ihr Ehemann Herman entschieden, mit einer monatlichen Spende von 49 Mark ein Kind in der Dritten Welt zu fördern, Verantwortung für seine Entwicklung und Zukunft mit zu übernehmen. Nun, bei ihren ersten Besuch in der Dominikanischen Republik, lernen sie ihren Wilkin persönlich kennen, nach all den Briefen, die inzwischen gewechselt wurden. Es ist eine Begegnung, die den Wiendls zu Herzen geht. Nie zuvor haben sie einen Slum gesehen, konnten sich nicht vorstellen, was es heißt, ohne Wasser und Elektrizität mit neun Personen in einer roh zusammengezimmerten Hütte zu leben. Aber die Wiendls müssen darauf verzichten, mit dem Kind ans Meer zu fahren, ihren Wilkin großzügig zu beschenken. Ein bunter Schulranzen nützt nichts, wenn es keine Schule gibt. Und ein bevorzugtes Kind könnte von Neidern aus der Gemeinschaft ausgegrenzt werden. Deshalb sieht das Konzept von Plan International (der Organisation, die das Patenkind vermittelt hat) vor, dass die Spender ihren Blick auch auf die Gesamtentwicklung im Umfeld des Kindes richten. So wird statt des passiven Almosenempfanges die Selbstbestimmung der Empfänger gefördert. Drei von vier Deutschen greifen gelegentlich oder auch regelmäßig in die Tasche und bringen so pro Jahr etwa vier Milliarden Mark allein für humanitär-caritative Projekte zusammen. Nicht nur zur Weihnachtszeit klingeln die Kassen. Aber jetzt öffnen sich die Herzen für das Leid der Welt besonders. Der Film erzählt vom Umgang mit den Spenden aus der subjektiven Perspektive der Geber und der Hilfsempfänger. Ein Film von Doris Andreas Gesellschaft 18.30 Uhr Die letzte Reise Man nennt sie verheißungsvoll "Himmelstreppe" oder "Lebensweg": liebevoll gestaltete Designersärge. Sie sind ein Indiz dafür, dass sich Trauer und Bestattung in unserer Gesellschaft verändern. Individualität ist gefragt und die darf ihren Preis haben: bis zu 9000 Mark allein für den handbemalten Sarg. Dazu kommen Kosten für die Dienstleistungen des Bestatters - außerdem die Friedhofsgebühren, die manchem Angehörigen ein weiteres Mal die Tränen in die Augen treiben. Ein Wahlgrab, einfache Ausführung, 30 Jahre Nutzungszeit, ist beispielsweise in Hamburg für circa 1600 Mark zu haben, in der Kurstadt Wiesbaden kostet es 4500 Mark. Kein Wunder, dass bei diesen Gebühren das Urnengrab als preisgünstigere Alternative gefragt ist. Die Zahl der Feuerbestattungen nimmt zu. Nach Angaben des Deutschen Städtetages wurden 1996 von 883000 Todesfällen insgesamt circa 37,8 Prozent eingeäschert. Traditionsgemäß zeichnen sich dabei Unterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern ab. Insgesamt ist die Zahl der Sterbefälle gesunken. Das günstige Angebot der Bestattungsdiscounter wird gerne angenommen. Die einen treten die letzte Reise im Designersarg in die Familiengruft an, die anderen anonym in das Urnengemeinschaftsgrab. Film von Ulrike Angermann ots Originaltext: PHOENIX Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX-Kommunikation Tel: 0228/ 9584-193 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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