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PRESSEMITTEILUNG-KAMINGESPRÄCH: von Dohnanyi: "Über Sarrazin wurde ein schnelles, aber falsches Urteil gefällt."
"Föderalismus im Bildungsbereich richtig."
"Die SPD muss mit der FDP koalieren"

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Bonn/Berlin, 07. September 2010 (Ausstrahlung am Sonntag, 12. September, 17.00 Uhr)

Der ehemalige Erste Bürgermeister Hamburgs Klaus von Dohnanyi (SPD) wird Thilo Sarrazin vor dem SPD-Schiedsgericht verteidigen, da er findet, "dass ein schnelles, aber falsches Urteil über ihn gefällt wurde." Im PHOENIX-KAMINGESPRÄCH mit Jörg Schönenborn sagte von Dohnanyi, dass die Argumentation Sarrazins zwar "etwas überzogen" sei, die Aufnahme Sarrazins Thesen jedoch zeige, "dass über solche Fragen nicht offen genug nachgedacht wird." Obwohl von Dohnanyi die deutsche Integrationspolitik eher positiv bewertet, bestehen seiner Ansicht nach Probleme, die nicht ausreichend und nicht strategisch genug bekämpft worden seien, wie etwa "diese Parallelgesellschaften, die sich da in Teilen von Berlin zum Beispiel entwickeln."

Im Hinblick auf Bildungspolitik kritisierte von Dohnanyi, dass kein deutscher Kanzler sich in der Vergangenheit eingehend damit beschäftigt habe. Den Föderalismus im Bildungsbereich hält der SPD-Politiker für richtig und deutsche Schulen für nicht schlechter als französische oder englische. Positiv bewertete er die "konsekutive" Struktur der Hochschule mit Bachelor als gemeinsamer Basis und Master zur wissenschaftlichen Vertiefung.

Mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise sagte von Dohnanyi, dass es entscheidend sei "eine Strategie der Selbstbehauptung der eigenen Nation zu entwickeln". Die Frage sei, "wie man die Widerstandsfähigkeit der eigenen Wirtschaft und der Gesellschaft aufbaut." Dafür sei es nötig, "Ungleichheiten zu beseitigen und die Steuern zu erhöhen, um denjenigen, die noch nicht mitkommen, rechtzeitig auf die Beine zu helfen."

Zur bundespolitischen Ausrichtung der SPD stellte von Dohnanyi fest, dass es für ihn nur eine sinnvolle Koalitionsperspektive gäbe. "Die SPD muss mit der FDP koalieren. Man muss mehr auf die FDP zugehen." Rot-Grün sei keine Perspektive. Beide Parteien verstärkten die wirtschaftliche Skepsis, weil sie "eine Skepsis gegenüber dem Unternehmertum haben."

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