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Hamburger Weihbischof Jaschke bezeichnet Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen als "Lapsus" und "Betriebsunfall"

    Bonn (ots) - Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat die umstrittene Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen durch Papst Benedikt XVI. als "Lapsus" und "Betriebsunfall" bezeichnet. In der PHOENIX Runde erklärte Jaschke, es handele sich um einen "Lapsus, ich könnte auch sagen: ein Betriebsunfall." Weiter fügte der Hamburger Weihbischof hinzu: "Das hat auch wahrscheinlich zu tun mit kirchlicher Schlamperei." Seit Jahren seien Schritte im Gange, die Traditionalisten wieder näher an die Katholische Kirche heranzuführen. Der zuständige Kardinal Hoyos habe dies "auch als Krönung seines Lebenswerkes erreichen" wollen. "Und dann hat man dem Papst das vorgelegt und der Papst hat die Entscheidung getroffen. Aber wahrscheinlich muss er den Kopf für etwas hinhalten, was er gar nicht gewusst hat." Wörtlich fügte Jaschke hinzu: "Ich rede von Schlamperei und Betriebsunfällen, auch der Papst weiß nicht alles, er ist nicht der liebe Gott und nicht jede Torheit, die ein schismatischer Bischof äußert, wird auch in Rom registriert." Der Papst habe sich am Mittwoch klar distanziert, entschuldigt und klare Worte gesprochen. "Und wir haben alle noch einmal nachgeprüft, was alles schon vom Vatikan aus zum Thema Holocaust und zum Thema Schuld der Christenheit gegenüber den Juden gesagt worden ist - das ist eine ganze Menge", so Jaschke. Ebenfalls in der PHOENIX-Runde sagte der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, das Schockierende sei, dass es keine klaren Erklärungen aus der Pius-Bruderschaft gebe, "dass sie ihren Widerstand gegen das Zweite Vatikanische Konzil aufgibt. Und das ist ja der entscheidende Punkt." Weiter sagte Meyer, er freue sich, dass der Papst nun als Reaktion klar die Anerkennung des Papstamtes gefordert habe. Allerdings habe ihn selbst bestürzt, "dass man den politisch und geschichtlichen Zusammenhang offenbar nicht wahrgenommen hat, der zwischen der theologischen Position dieser Leute besteht, also ihre klare Ablehnung des Zweiten Vatikanums, und ihren politischen Vorstellungen."

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