PHOENIX

PHOENIX-Programmhinweis für Samstag, 4. März 2000

    Köln (ots) -
    
    19.15 Uhr Geheimnisse unserer Welt - Wunderbare Welt
    Delphine: Flippers wilde Enkel
    
    Delphine sind Kult - und das nicht erst seit die Esoteriker die
verspielten Meeressäuger zu einer Art Wappentier erhoben haben. Schon
in der Antike waren die Menschen von den munteren Gesellen
fasziniert, und zahlreiche Sagen und Legenden berichten, wie
Ertrinkende von Delphinen gerettet wurden. Spätestens mit der
amerikanischen Serie "Flipper" wurde der Delphin weltweit zum
Lieblingstier. Um so erstaunlicher ist es, dass selbst
Delphin-Spezialisten noch immer verhältnismäßig wenig über das
Alltagsleben des lächelnden Kleinwals wissen. Ein Kamerateam der
National Geographic Society folgten den flinken Meeresakrobaten und
machte erstaunliche Entdeckungen. Mit Dauergeschwindigkeiten von 26
und einem Topspeed von rund 50 Kilometern pro Stunde können sie nicht
nur zur Freude der Touristen mit normalen Fahrgastschiffen mithalten,
sondern auch sehr effektiv jagen. Um ihre Beute zu finden, setzen die
Akustikspezialisten Ultraschall ein. Einige Wissenschaftler glauben
heute, dass der größte Teil des gewaltigen Delphingehirns nur dem
Hören dient, ihre vielbeschworene Intelligenz sei weit weniger
ausgeprägt als lange angenommen.
    
    Auch bei den Verhaltensforschern kam der Delphin nicht gerade gut
weg. Ausgerechnet der große Tümmler, der als "Flipper" zum Freund
aller Kinder wurde, neigt zu Gewalttätigkeiten. Zwar ergab eine
amerikanisch-kanadische Studie, dass es bei dieser Delphinart echte
"Männerfreundschaften" gibt, die oft ein Leben lang halten. Aber zu
Weibchen oder Jungtieren sind Flipper & Co. alles andere als nett.
Häufig kommt es zu sexuellen Übergriffen, und die "Entführung der
Braut" scheint eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Zwei
befreundete Männchen "kidnappen" ihre Auserwählte regelrecht und
bewachen sie rund um die Uhr, um Annäherungsversuche anderer Männchen
abzuwehren.
    
    21.45 Uhr Donauträume - Stromaufwärts nach Europa
    3-teilige Reihe. 2. Teil: Vom Eisernen Tor nach Budapest
    
    Acht Omas sitzen verzweifelt auf dem Bett in einem Barackenlager
an der Donau, Kilometer 900. Sie sind serbisch und werden ihre Heimat
in Kroatien nie wieder sehen. Auch die Jungen sind verzweifelt. "Ich
kann nicht zurück, weil ich für die Kroaten geschossen habe, bin ich
ein Kriegsverbrecher", sagt Dragan. "Europa? Am liebsten möchte ich
auf einen anderen Kontinent." Alles Opfer des nationalistischen
Wahnsinns.
    Das Team fährt durch die Karpaten; das linke Ufer der Donau ist
immer noch Rumänien. Wir bleiben in Serbien. Der Fluss ist durch
einen riesigen Staudamm befriedet. In Lepenski Vir steigen
Schülerinnen aus Belgrad in den Bus. "Wer ist verantwortlich für den
Krieg?" "Slobodan Milosevic", sagt die eine. "Möge er abkratzen",
sagt die andere. In Belgrad scheint die Welt in Ordnung. Die Paare
küssen sich in der Herbstsonne über der Donau. Ist es möglich, dass
Kosovo zum selben Land gehört? Novi Sad, Hauptstadt der Vojvodina,
eine multikulturelle Insel in Serbien. Sechs Mädchen beweisen, dass
sie nichts mit dem Nationalismus am Hut haben.
    
    In Batcha Palanka überquert das Team die Donau nach Kroatien.
Schon wieder eine Grenze. Die UNO, seit dem 15. Januar 1998 endgültig
abgezogen, hilft den alten Kämpfern, die Probleme friedlich zu lösen.
Serben und Kroaten, die sich bekämpft haben, arbeiten zusammen als
Zöllner und Polizisten. Manchmal scherzen sie sogar: "Du bist ein
Kriegsverbrecher". Aber auch hier existiert eine multikulturelle
Gesellschaft. Vukovar, Kilometer 1333, sieht aus wie eine
Hollywoodbühne, auch fünf Jahre nach dem Krieg. Der Aufbau ist
zögerlich. Die Kroaten kommen langsam zurück. Wie viel Serben werden
bleiben? In Mohacs beginnt Ungarn. Deutsche Stimmen. Hier leben die
Donauschwaben, deren Vorfahren Ulm vor 200 Jahren verlassen haben.
Hier lassen sich nun auch Westler nieder. Budapest, die Donauperle.
Die Crew erholt sich in den Bädern der schönsten Donaustadt, dort, wo
Orient und Okzident sich am friedlichsten mischen.
    
ots Originaltext: Phoenix
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Dokumentation von Martin Graf
Rückfragen: PHOENIX Kommunikation, Telefon 0221-220-8477, Fax
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