PHOENIX

PHOENIX-Programmhinweis für Samstag, 15. Januar 2000
Zum 10. Jahrestag der Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin
14.45 Uhr Wendezeiten 1990/91
KONTRASTE auf den Spuren einer Diktatur - Teil 1

Köln (ots) - Am 15. Januar 1990 standen Tausende Berliner vor den Toren des Ministeriums für Staatssicherheit, Bezirk Lichtenberg, Normannenstraße. Das Volk drängte in das Gebäude, bemächtigte sich der Akten - der Anfang vom Ende eines Geheimdienstes, der eine ganze Nation bespitzelte, Freunde zu Verrätern machte, Repression und Anpassung schaffte. Zehn Jahre ist es her. Viel ist in Vergessenheit geraten. Es war eine historisch einmalige Situation, niemals zuvor wurde ein Geheimdienst quasi vom Volk, vor laufenden Kameras, aufgelöst. Daran will "KONTRASTE" erinnern, mit einer Zusammenstellung der spannendsten Berichte aus dieser Zeit, kombiniert mit Gesprächen. Ein Blick hinter die Kulissen von Weltgeschichte und ihre journalistische Bearbeitung. Dokumentation von Dagmar Hovestädt und Roland Jahn Der zweite Teil wird um 18.05 Uhr gesendet. 21.00 Uhr Shpinx - Geheimnisse der Geschichte 5-teilige Reihe. 2. Teil: Sisi - Eine unglückliche Kaiserin Ihre Geschichte klingt wie die von Lady Diana: Sie war schön, ihre Träume wurden bitter enttäuscht, sie endete tragisch und wurde zum Mythos. Als sie starb, war ihre Legende längst geboren - Elisabeth, Kaiserin von Österreich, genannt Sisi. Im Alter von 15 Jahren heiratete sie ihren Vetter, Kaiser Franz I. und wurde fortan in das Korsett der leblosen Konventionen und Etiketten des österreichischen Hofes gepresst. Sie glaubte an die romantische Liebe, bis sie merkte, dass für Gefühle kein Platz war und ihr Mann sie betrog. Sie hatte Depressionen, wurde magersüchtig und floh endlich - offiziell "in Kur", um erst zwei Jahre später wie verwandelt nach Wien zurückzukehren. Von da an ging sie ihren eigenen Weg, selbstbewusst und bewundert wegen ihrer Schönheit. Das ist die Erinnerung an die österreichische Kaiserin, die die junge Romy Schneider ins Bild gesetzt hat: "die schönste Monarchin der Welt", Sisi. Mit lebenslangen Hungerkuren und Sport wollte Elisabeth ihre Schönheit erhalten. Als sie älter wurde, mied sie die Öffentlichkeit und wurde exzentrisch. Nach dem Selbstmord ihres Sohnes trug sie nur noch schwarz, versteckte ihr Gesicht hinter Schleier und Fächer und schwieg. Rastlos und wie verloren begann sie, durch die Welt zu reisen. Wien begann, seine Kaiserin zu vergessen. Eine Legende war geboren, von ihr selbst in Szene gesetzt. Am 10. September 1898 fällt Kaiserin Elisabeth einem Attentat zum Opfer. Während eines Aufenthalts in Genf wird sie mit einer Feile erstochen - ein Zufallsopfer, denn Luigi Lucheni, dem Täter, ist egal, wer sie ist. Hauptsache eine adelige Frau. Sisi ist zur falschen Zeit am falschen Platz. Zurück bleibt ein Mythos. Wer war diese Frau wirklich, wie hat sie gelebt? Sie brachte Glanz an den österreichischen Hof, dafür hat man sie geliebt. Sie war für ihre Zeit modern, suchte selbst die Lehrer für den Thronfolger aus, war für politische Reformen und ein Mitspracherecht des Volkes, dafür hat der Hof sie gehasst. Richtig gekämpft hat sie nur für ihre persönliche Freiheit. Und so wie sie allmählich ihrem Untergang entgegenlebte, zerfiel in den folgenden Jahrzehnten auch das einstmals stolze Habsburgerreich. Dokumentation von Nina Lenze Fotos sind abrufbar in der WDR Bildredaktion ( 0221/2204405 ) ots Originaltext: PHOENIX Kommunikation Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX Kommunikation, Telefon 0221-220-8477, Fax 0221-220-8089 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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