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Demnächst bei 3sat - Programm-Highlights von Samstag, 22. Dezember, bis Freitag, 28. Dezember 2001

    Mainz (ots) - Das Festtagsprogramm in 3sat stimmt mit Highlights
aus Theater, Musik, Tanz und Film auf Weihnachten und den
Jahreswechsel ein. Ein Programmhöhepunkt ist am Samstag, 22.
Dezember, 19.20 Uhr, die deutsche Erstausstrahlung "Klaus Maria
Brandauer": Rose Kern porträtiert den österreichischen Schauspieler,
der sowohl auf der Bühne als auch im internationalen Filmgeschäft ein
Star ist. Sie begleitete ihn zu den Dreharbeiten für den
Fritz-Lehner-Film "Jedermanns Fest" und fuhr mit ihm nach Moskau, wo
er als Schauspieler und Jury-Mitglied am Moskaufestival teilnahm. In
Gesprächen über Brandauers Projekte erfährt der Zuschauer viel über
die Welt des Films, aber auch über das Privatleben des Schauspielers.
Im Anschluss, ab 20.15 Uhr, ist Klaus Maria Brandauer auch in der
deutschen Erstausstrahlung "Cyrano de Bergerac", einer
Theateraufzeichnung aus dem Burgtheater Wien aus dem Jahr 2000, zu
sehen. In dem von Sven-Eric Bechtolf inszenierten Stück, das auf dem
gleichnamigen Drama von Edmond Rostand basiert, spielt Brandauer den
im Reimen wie im Fechten gleichermaßen gewandten Cyrano. Der
hässliche Held liebt die schöne Roxane, wagt es aber nicht zu zeigen.
So bleibt ihm nichts anderes, als seinem Nebenbuhler, dem
attraktiven, aber nicht sehr wortgewandten Christian, die
Liebesbriefe zu diktieren. Das intelligente Spiel um den Unterschied
zwischen innerer und äußerer Schönheit wurde nach seiner Uraufführung
vor gut hundert Jahren zum Inbegriff französischer Nationalliteratur
und erlangte durch die Verfilmung mit Gérard Depardieu Anfang der
90er Jahre Weltruhm.
    
    Am Sonntag, 23. Dezember, 0.00 Uhr, zeigt 3sat im Rahmen des
Sonntagskinos "Unter dem Vulkan". John Hustons Spielfilm aus dem Jahr
1984 erzählt die Geschichte eines heruntergekommenen, nach dem
demütigenden Scheitern seiner Ehe dem Alkohol verfallenen britischen
Konsuls, der neue Hoffnung schöpft, als seine über alles geliebte
Frau nach längerer Trennung zurückkehrt. Die Illusion eines
gemeinsamen Neuanfangs wird jedoch bitter enttäuscht, der Lebenswille
des Mannes endgültig gebrochen. Das nach einem Roman von Malcolm
Lowry entstandene Alterswerk Hustons fesselt durch handwerkliche
Virtuosität, konzentrierte Handlungsführung und die außergewöhnlichen
Leistungen der Hauptdarsteller Albert Finney und Jacqueline Bisset.
Das opulente Kinodrama wurde 1984 mit dem Jury-Spezialpreis in Cannes
für den Regisseur und dessen Gesamtwerk geehrt.
    
    Franco Zeffirellis Film-Oper "La Traviata" aus dem Jahr 1981 setzt
am Dienstag, 25. Dezember, 21.45 Uhr, Maßstäbe für die Umsetzung der
Oper: So dicht in der Atmosphäre, so opulent in der Ausstattung wie
in diesem Film hat man Giuseppe Verdis Meisterwerk noch auf keiner
Opernbühne erleben können. Besonders mit den Protagonisten Teresa
Stratas, die "die vom rechten Weg abgeirrte" Violetta verkörpert, und
Placido Domingo als Alfred Germont hat sich Franco Zeffirelli von
vornherein den Erfolg seiner Film-Oper gesichert. Es spielt das
Metropolitan Orchestra unter der Leitung von James Levine. Mit
Giuseppe Verdi geht es um 23.30 Uhr weiter: In einer raffinierten
Mischung aus Bildern der Gegenwart und Erinnerungen an die
Vergangenheit, aus Inszenierung und Dokumentation, aus Opern- und
Straßenszenen, erzählt die Dokumentation "Gezeichnet Peppina" die
Geschichte des Komponisten, seiner Musik und der Frauen in seinem
Leben. Weite Teile des Films basieren auf den Erinnerungen der
Opernsängerin Giuseppina Strepponi, mit der Verdi eine Liaison
einging, die ihn ins gesellschaftliche Abseits brachte.
    
    Erwin Strittmatter, am 14. August 1912 in der Niederlausitz als
Sohn eines Bäckers und Kleinbauern geboren, war einer der populärsten
Schriftsteller der DDR. Durch die Verfilmung seiner Romantrilogie
"Der Laden" wurde er nach der Wiedervereinigung auch im Westen
bekannt. 3sat sendet die Geschichte des Jungen Erwin und seiner
Familie ab Dienstag, 25. Dezember, 20.15 Uhr. Die weiteren Teile
folgen am Mittwoch, 26. Dezember, 20.20 Uhr, und Donnerstag, 27.
Dezember, 20.15 Uhr.
    
    Nach dem gleichnamigen Roman von James Clavell erzählt der
siebenteilige Spielfilm "Shogun", den 3sat ab Mittwoch, 26. Dezember,
15.40 Uhr, ausstrahlt, von dem abenteuerlichen Leben des englischen
Navigators John Blackthorne, der im Kampf gegen die spanische
Herrschaft über die Weltmeere nach Japan segelt, wo er sich in die
adlige Dame Mariko verliebt und, protegiert vom Fürsten Toranaga, als
Samurai dessen einflussreicher Gefolgsmann wird. Die weiteren Folgen
zeigt 3sat bis zum Mittwoch, 2. Januar 2002, im Nachmittagsprogramm.
    
    Vor 50 Jahren erschienen die "Minima Moralia", Theodor W. Adornos
"Reflexionen aus dem beschädigten Leben". Adornos Überlegungen über
die Deformationen moderner Gesellschaften haben seit dem
Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September auf
schreckliche Weise an Aktualität gewonnen. Angesichts des wachsenden
Glaubens an die Biowissenschaften und der derzeitigen Diskussionen
über Globalisierung scheinen auch seine Angriffe auf den Positivismus
brisanter denn je. Mit Adorno als Stichwortgeber denken Gert Scobel
und seine Gäste am Donnerstag, 27. Dezember, 22.10 Uhr, in
"Kulturzeit extra" über die großen Debatten der vergangenen zwölf
Monate nach.
    
    
ots Originaltext: 3sat
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i. A. Kerstin Horn

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