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Alles überwacht und ausgespäht
"Kulturzeit extra: Land unter Kontrolle", ein Blick in die Geschichte der Überwachung in der Bundesrepublik bis heute

Mainz (ots) -

Montag, 27. Januar 2014, 21.00 Uhr, 3sat
Erstausstrahlung 

"Haben wir Furcht vor der Freiheit? Wie weit lassen wir uns das einreden? Ohne Risikobereitschaft gibt es keine Freiheit. Diese Grundsatzdiskussion muss in der Gesellschaft geführt werden. Und das ist sehr schwer, denn die Menschen fühlen sich ja noch nicht einmal durch den Angriff auf ihre Privatheit belästigt. Noch nicht." So warnt Gerhard Baum, ehemaliger Bundesinnenminister, in der Dokumentation "Kulturzeit extra: Land unter Kontrolle" von Katja und Clemens Riha, die 3sat am Montag, 27. Januar, 21.00 Uhr, zeigt. Die Erstausstrahlung entfaltet die Überwachungsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland, bei der die deutschen und die US-Behörden der Maxime "In Gott vertrauen wir, alle anderen hören wir ab" folgten, wie es der Ex-US-Geheimdienstler und langjährige Abhörspezialist Christopher McLaren programmatisch auf den Punkt bringt. "Kulturzeit extra: Land unter Kontrolle" wirft einen beunruhigenden Blick auf die Abhörpraxis in Deutschland. Beunruhigend nicht nur, weil so viele Bürger in der Vergangenheit der Bundesrepublik ohne ihr Wissen ausgespäht wurden, beunruhigend vor allem auch deshalb, weil die Parallelen zur Gegenwart so deutlich sind, nur die Methoden sind verfeinert worden.

"Kulturzeit extra" forscht unter anderen mit dem Historiker Josef Foschepoth in der Geschichte der Bespitzelung und Überwachung und fördert erstaunliche, lange verschwiegene oder noch immer teils geheim gehaltene Zusammenhänge und Praktiken zutage. Die Bundesrepublik ist ein überwachtes Land, das beweist der NSA-Skandal. Und es war nie anders. Quer durch die Republik lagen während des Kalten Krieges (und liegen immer noch) geheime Abhöreinrichtungen. Tonnen an Briefen aus dem Osten wurden abgefangen, geöffnet und zum Teil vernichtet. Ebenso wurden Millionen von Telefongesprächen abgehört, Fernschreiben und Telegramme abgeschrieben und von den Alliierten, aber auch von den westdeutschen Geheimdiensten nachrichtendienstlich ausgewertet und genutzt. Seit Konrad Adenauer, so die Autoren des Films, Katja und Clemens Riha, unterschrieben alle Kanzler geheime Dokumente, die den Alliierten großzügige Rechte zugestanden, Rechte, die das westdeutsche Grundgesetz, zum Beispiel das Fernmeldegeheimnis, brachen. Mindestens bis zum Mauerfall war in Sachen Überwachung die Bundesrepublik nicht souverän, und die Dokumentation stellt die Frage: Ist sie es heute? Auch Gerhard Baum fragt kritisch "Wie kräftig ist die Demokratie?". Und er ist der Meinung: "Es muss eine mutige Minderheiten-Gruppe geben, die für die Freiheit kämpft."

Hinweis für Journalisten: Sehen Sie "Kulturzeit extra: Land unter Kontrolle" als Video-Stream unter www.pressetreff.3sat.de.

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