3sat

3sat-Programmtipps und Informationen vom 5. bis 11. März 2001
CeBIT 2001: 3sat berichtet umfassend über die Trends der wichtigen Computermesse

    Mainz (ots) - Wenn die CeBIT unter dem Motto "Get the spirit of
tomorrow" vom 22. bis 28. März 2001 in Hannover ihre Tore öffnet, ist
3sat vor Ort, um Trends und Messeneuheiten in der
Informationstechnik, Telekommunikation, Software und der
Büroautomation einzufangen. Zwei 3sat-Sendungen der "NEUES"-Familie
sowie das werktägliche Wissenschaftsmagazin "nano" berichten
ausführlich und aktuell über eine der weltweit wichtigsten Fachmessen
für digitale Technologien.
    
    Am Montag, 26. März, 21.30 Uhr, widmet "NEUES... ", der CeBIT eine
ganze Sendung. Unter dem Titel "Neues... spezial von der CeBIT 2001"
berichtet die Redaktion über die Trends der Computerbranche in Sachen
Soft- und Hardware. "NEUES... " zeigt, wohin der breitbandige Weg des
Internets geht, stellt die neue Generation der kleinen Alleskönner,
der so genannten Handheld-Computer, vor und taucht in die
Multimedia-Zukunft der Computer ein. Darüber hinaus beschäftigt sich
"NEUES... " mit der Zukunft des E-Commerce.
    
    Das 3sat-Telekommunikationsmagazin "di@lneues" beschäftigt sich am
Montag, 2. April, 21.30 Uhr, ausschließlich mit der CeBIT 2001.
"di@lneues" stellt neue Produkte für Festnetz und Mobilfunk vor.
Außerdem informiert "di@lneues" über zukünftige
Übertragungsstandards, wie GPRS und UMTS. Auf der CeBIT werden die
ersten Anwendungen der neuen Standards gezeigt.
"di@lneues"-Moderatorin Anja Bergerhoff führt auf der Messe
Hintergrundgespräche mit TK-Spezialisten. Experte Harald Platz
präsentiert die Tipps der Redaktion und bespricht einzelne
Produktneuheiten.
    
    "nano" berichtet am Donnerstag, 22. März, 18.30 Uhr, über
"digitale Fotografie". Schon lange hat sich die digitale Fotografie
in den Presse-, Bild- und Medien-Agenturen etabliert; nun erobert sie
zunehmend neue Einsatzgebiete. Die Vorteile der neuen Technik: Die
auf Chips gespeicherten Bilddaten sind von hoher Qualität und können
ständig verändert werden. Ob die digitale Technik auch den
Normalverbraucher interessiert, und welche Konsequenzen sich daraus
für den Handel ergeben, versucht "nano" in verschiedenen Interviews
mit privaten Einzelnutzern, Fotojournalisten, Händlern sowie
Vertretern der Herstellerfirmen herauszufinden.
    
    Am Freitag, 23. März, 18.30 Uhr, widmet sich "nano" mit einem
Schwerpunktthema den wichtigsten Aspekten der CeBIT: Mobilität und
Internet. Immer mehr Mobilität verschaffen die zunehmend handlicheren
Geräte, mit denen User mittlerweile den Leistungsumfang eines
kompletten PCs ersetzen können. Immer seltener benötigen diese
Kleingeräte eine Anbindung per Kabel an stationäre Netzwerke und
Rechner sowie an Peripherie-Geräte. Durch die vollständige Mobilität
der Geräte wird auch das Internet mobil. "Mobile Internet" ist daher
ein wichtiges Schlagwort, über das "nano" sprechen wird.
    
    Montag, 5., bis Freitag, 9. März 2001
    
    18.30 Uhr    nano - die Welt von morgen
    
    Die "nano"-Themen dieser Woche:
    
    Elektronische Signatur: Wer sich ein Auto kauft und es bei der
Zulassungsstelle anmelden will, muss sich bald nicht mehr anstellen.
Grund dafür ist ein Beschluss des Bundestages, der die elektronische
Signatur der handschriftlichen gleichstellt. Mit einem persönlichen
Schlüssel, bestehend aus einer Zeichenfolge, die auf einem Chip
gespeichert ist, können sich Internetbenutzer bald zeitraubende
Behördengänge ersparen. Auch Verträge und Geldgeschäfte sollen
künftig auf diese Art rechtsverbindlich abgeschlossen werden können.
Zuvor müssen jedoch über 400 Zivilgesetze geändert werden. "nano"
fragt, wie sicher die elektronische Signatur ist.
    
    Europäisches Jahr der Sprachen: Der Europarat und die EU haben das
Jahr 2001 zum "Europäischen Jahr der Sprachen" erklärt; es beginnt am
7. März. Ziel ist es, die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas
bewusst zu machen, zum Lernen einer Sprache zu motivieren sowie die
Mehrsprachigkeit zu fördern. Dazu finden in Österreich mehr als 260
unterschiedliche lokale Projekte satt: beispielsweise das "Gymradio
in Hollabrunn", die "Babylonische Sambaschule am Ufer der Donau" und
die Aktionswoche "Erwachsene lernen Sprachen".
    
    Bobsport: Auch im Bobsport ist Erfolg ohne wissenschaftliche
Unterstützung kaum noch möglich. So entwickelt das Forschungs- und
Entwicklungsinstitut für Sportgeräte (FES) jährlich neue Bobs, die um
Tausendstel schneller sind als die alten Modelle. Denn, nur wer über
das beste Material verfügt, kann auch vorne mitfahren ...
    
    
    19.20 Uhr    Kulturzeit
    
    Die Schwerpunktthemen dieser Woche:
    
    "Kulturzeit" beschäftigt sich mit dem Kampf gegen zunehmende
fremdenfeindliche Gewalt in unserer Gesellschaft und begleitet die
3sat-Aktionswoche "Gemeinsam Gegen Gewalt" mit einem Gespräch mit dem
Autor Arno Gruen über sein Buch "Der Fremde in uns" und Porträts von
Menschen, die beim Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit Zivilcourage
gezeigt haben. "Kulturzeit" beschäftigt sich außerdem mit der
wachsenden Gewaltbereitschaft von Jugendlichen und fragt nach
Verantwortung, Mitschuld und Haftung.
    
    "Kulturzeit" porträtiert den Verlag "Zweitausendeins", stellt den
Filmemacher Amos Kollek vor, wirft einen Blick auf die Kunstszene in
Kaliningrad und porträtiert die Schauspielerin Angela Winkler, die am
11. März den Eysoldt-Ring verliehen bekommt.
    
    Redaktionshinweis: Am Freitag, 9. März, beginnt "Kulturzeit"
bereits um 19.15 Uhr.
    
    Montag, 5. März 2001
    
    20.15 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    "Wir sind da!"
    Juden in Deutschland nach 1945
    1. Neuanfang?
    anschl.    Hass und Propaganda (21.00 Uhr)
    Rechtsextreme im Internet
    
    Was nach Auschwitz niemand für möglich gehalten hatte, geschah:
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich in Deutschland erneut Juden
nieder. Richard Chaim Schneiders Dokumentation erzählt von der
Integration in die bundesrepublikanische Gesellschaft, vom Kampf um
die eigene Identität im Spannungsfeld von Tradition und Assimilation
und vom Teilhaben am Aufbau einer neuen, demokratischen Gesellschaft
im zusammenwachsenden Europa.
    
    Die weiteren Folgen der vierteiligen Reihe "Wir sind da!" zeigt
3sat an den drei kommenden Montagen jeweils um 20.15 Uhr.
    
    
    Verfassungsschützer gehen von knapp 400 rechtsextremen Homepages
aus, Aufrufe im Internet zur Tötung von Menschen sind kein Tabu mehr.
Die amerikanische Rassisten-Organisation "National Alliance" dringt
auf den deutschen Musikmarkt vor. Bundestagspräsident Wolfgang
Thierse warnt vor dem Internet als rechtsextremistischer
Agitationsfläche und fordert eine neue Kompetenzaufteilung zwischen
Bund und Ländern, um schnellere Überprüfungen und Verbote zu
ermöglichen.
    
    Zu dem Beitrag "Hass und Propaganda" ist nach dem Ende der Sendung
für zwei Stunden ein Internetforum geöffnet, an dem Manfred Klink,
Direktor des Bundeskriminalamtes, und ein Vertreter der
Jugendinitiative für Toleranz und Verantwortung, Step21, teilnehmen.
Aktuelle Informationen zu den Internetforen finden Sie unter
www.3sat.de.
    
    
    22.25 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Beromünster: Im Land der Schweizermacher
    (Deutsche Erstausstrahlung)
    
    Der Schweizer Ort Beromünster machte jüngst wegen einer
umstrittenen Einbürgerung Schlagzeilen: Die Bürgergemeinde
verweigerte zwei in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen jungen
Frauen aus dem Kosovo drei Mal den Schweizer Pass. Der Fall hat wahre
Entrüstungsstürme ausgelöst. Der Film von Paul Riniker geht den
Hintergründen des Vorfalls, aber auch der Stimmung in Beromünster
nach. Entstanden ist ein Porträt der beiden jungen Frauen und das
Stimmungsbild einer Gemeinde, die von der Moderne nicht profitiert
hat.
    
    Dienstag, 6. März 2001
    
    18.00 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Warum musste Adriano sterben?
    Wenn Fremdenhass tötet
    
    Der Film von Hans-Jürgen Haug dokumentiert ein grausames
Verbrechen: In der Nacht des 11. Juni 2000 wurde der junge
Mosambikaner Alberto Adriano im Stadtpark von Dessau von drei
angetrunkenen jungen Männern ermordet. Das Motiv der 16- bis
24-jährigen Täter: Fremdenhass. Das Gericht verurteilte die beiden
Jugendlichen zu neun Jahren, den Erwachsenen zu lebenslanger Haft. Im
Park erinnert ein Gedenkstein an den kaltblütigen Mord: Unbekannte
haben dort Blumen niedergelegt.
    
    Zu dem Beitrag "Warum musste Adriano sterben?" ist nach dem Ende
der Sendung für zwei Stunden ein Internetforum geöffnet, an dem Gaby
Jaschke und Kai Sendel von dem Verein "Opferperspektive" teilnehmen.
Aktuelle Informationen zu den Internetforen finden Sie unter
www.3sat.de.
    
    
    20.15 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Die Bombe tickt
    Teil 1
    
    Nach Deutschlands Vereinigung findet Jessica (Julia Grimpe) aus
der DDR als Radiomoderatorin schnell Anschluss an die
Lebensbedingungen im Westen. Ihr Bruder jedoch, der arbeitslose Ralph
(Frank Stieren), verstrickt sich in ein Geflecht rechter
Organisationen, Ideologien und Verbrechen. Im Herbst 1992 versperren
die Bürger von Bliesburg, einem Ort in Mecklenburg-Vorpommern, einem
Bus mit Asylbewerbern die Zufahrt zu ihrer Stadt. Die Jugendlichen
des Ortes überfallen das Fahrzeug, verprügeln die Asylbewerber und
zünden den Bus an. Ralph und sein Freund, der Skin Gerd, sind mit
dabei.
    
    Der zweite Teil des Fernsehfilms "Die Bombe tickt" aus dem Jahr
1993 von Regisseur Torsten Näter folgt am Donnerstag, 8. März, ab
20.15 Uhr. 3sat setzt seine Aktionswoche "Gemeinsam Gegen Gewalt" am
Mittwoch, 7. März, ab 20.15 Uhr, mit der "Zeit der Angst - Zeit der
Hoffnung" fort.
    
    Zu dem Beitrag "Die Bombe tickt" ist nach dem Ende der Sendung für
zwei Stunden ein Internetforum geöffnet, an dem Jörg Fischer,
Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene, und ein Vertreter des
Online-Informationsportals "Netz gegen Rechts" teilnehmen. Aktuelle
Informationen zu den Internetforen finden Sie unter www.3sat.de.
    
    Dienstag, 6. März 2001
    
    22.25 Uhr    Terence Davies
    Entfernte Stimmen - Stilleben
    
    "Entfernte Stimmen - Stilleben" ist eine autobiografische
Filmchronik, die mosaikartig den Alltag einer Arbeiterfamilie im
Liverpool der 40er und 50er Jahre beschreibt. Das Leben ist nicht
leicht für die fünfköpfige Familie mit Vater, Mutter, zwei Töchtern
und einem Sohn. Die Aggressionen des tyrannischen Vaters provozieren
Angst und Wut. Während die Mutter mit Resignation reagiert, steigen
in den Kindern Gedanken an Mord und Totschlag auf. Als der Vater
stirbt, ist das - bei aller Betroffenheit - für alle auch die
Möglichkeit für einen Neubeginn.
    
    Der 1945 in Liverpool geborene Terence Davies ist ein Filmemacher,
dessen gesamtes Werk stark von autobiografischen Einflüssen geprägt
ist. "Entfernte Stimmen - Stilleben" wurde auf dem Filmfestival von
Locarno 1988 mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet.
    
    Mit dem Publikumserfolg "Entfernte Stimmen - Stilleben" aus dem
Jahr 1988 startet 3sat eine Terence-Davies-Reihe, die drei Spielfilme
des britischen Regisseurs umfasst. Als nächster Beitrag folgt am
Dienstag, 13. März, ab 22.25 Uhr, "Am Ende eines langen Tages".
    
    
    Mittwoch, 7. März 2001
    
    20.15 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Zeit der Angst - Zeit der Hoffnung
    
    Zwischen November 2000 und Januar 2001 ist der Filmemacher Werner
Doyé auf den Spuren alltäglicher Fremdenfeindlichkeit und den Folgen
gewalttätiger Übergriffe gegen Minderheiten durch Deutschland
gereist. Der dabei entstandene Film erzählt kleine Geschichten aus
einem Land, das zwar nicht ausländerfeindlich, aber noch weit
entfernt von Ausländerfreundlichkeit ist.
    
    Im Anschluss an "Zeit der Angst - Zeit der Hoffnung" zeigt 3sat im
Rahmen der Aktionswoche "Gemeinsam Gegen Gewalt" ab 21.15 Uhr "Ein
Tutsi in Dresden". Der Film von Hansjürgen Hilgert berichtet von den
Erfahrungen eines Asylbewerbers aus Ruanda in Deutschland.
    
    Mittwoch, 7. März 2001
    
    22.25 Uhr    50 Jahre Fernsehfilm
    Liebe Mutter, mir geht es gut
    
    Während der Bergbaukrise im Ruhrgebiet 1967 wird ein junger
Arbeiter vom Arbeitsamt nach Berlin vermittelt. Er bekommt schnell
Schwierigkeiten mit seinen neuen Arbeitskollegen, wohnt er doch in
einem Heim mit mehreren Kollegen in einem Zimmer. Obwohl das Heim dem
Berliner Senat gehört, ist die Miete hoch. Auch kann er nicht in
seinem erlernten Beruf arbeiten, sondern nur als Hilfsarbeiter. Erst
während eines Streiks findet er dank seines kollegialen und
couragierten Verhaltens Anerkennung bei den anderen.
    "Mit ,Liebe Mutter, mir geht es gut' hat unser politischer Film
endlich jene kommunikative Reife erreicht, von der er bisher nur wirr
geträumt hatte," schreibt die Frankfurter Rundschau zum Fernsehfilm
von Klaus Wiese (Buch) und Christian Ziewer (Buch und Regie) aus dem
Jahr 1972.
    
    Als nächsten Beitrag der Retrospektive "50 Jahre Fernsehfilm"
zeigt 3sat am Mittwoch, 14. März, ab 22.25 Uhr, Reiner Werner
Fassbinders Film "Händler der vier Jahreszeiten" aus dem Jahr 1972.
    
    Redaktionshinweis: Weitere Informationen sind im Presse-Special
"50 Jahre Fernsehfilm" Teil 2 "Die 70er Jahre" zu finden, das bei der
Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat und "download"-fähig unter
www.pressetreff.3sat.de zu erhalten ist.
    
    
    Donnerstag, 8. März 2001
    
    14.30 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Kennzeichen D spezial
    Reportage Rostock
    anschl.    Bis hierher - und wie weiter? (14.45 Uhr)
    Rostock, drei Monate danach
    
    Ein "Kennzeichen D"-Team befand sich am 24. August 1992 im
Zentralen Aufnahmeheim für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen, als
dieses von Rechtsradikalen angegriffen und in Brand gesteckt wurde.
Die Reportage schildert die dramatischen Ereignisse jener Nacht, in
deren Verlauf die Reporter selbst in eine lebensbedrohliche Situation
gerieten. Sie erzählt von den Todesängsten der vom Feuer
Eingeschlossenen, ihrer Rettung und den Hintergründen des Versagens
der Rostocker Polizei.
    
    Für seine Berichterstattung wurde das Film-Team mit der
Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für
Menschenrechte, dem "Telestar" von ARD und ZDF sowie mit dem
Journalistenpreis der IG-Medien ausgezeichnet.
    
    Ende August 1992 machte Rostock weltweit Schlagzeilen wegen
schwerer Übergriffe gegen Ausländer. Inzwischen herrscht in der
Hansestadt wieder Alltag. Aber können die Menschen in der Stadt nach
allem, was passiert ist, einfach zur Normalität übergehen? Der Film
von Hans-Jürgen Haug sucht Antworten und lässt Jugendliche und
Erwachsene, Lehrer und Schüler, Kommunalpolitiker und Landesminister,
Ausländer und Deutsche zu Wort kommen.
    
    Zu den beiden Beiträgen "Kennzeichen D spezial" und "Bis hierher -
und wie weiter?" ist nach dem Ende der Sendungen für zwei Stunden ein
Internetforum geöffnet, an dem der Rechtsextremismus-Experte
Hans-Gerd Jaschke teilnimmt. Aktuelle Informationen zu den
Internetforen finden Sie unter www.3sat.de.
    
    
    Donnerstag, 8. März 2001
    
    20.15 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Die Bombe tickt
    Teil 2
    anschl.    Killer Boots (21.40 Uhr)
    
    Vor dem Hintergrund des Neo-Nazismus, der mit prügelnden
Skinheads, Mordanschlägen auf Ausländer und Wahlerfolgen rechter
Parteien kurz nach Deutschlands Vereinigung einen ersten Höhepunkt
erreicht, spielt der Fernsehfilm "Die Bombe tickt" von Regisseur
Torsten Näter aus dem Jahr 1993. Der zweite Teil der Geschichte der
Geschwister Jessica (Julia Grimpe) und Ralph (Frank Stieren) aus der
DDR, die mit der Neonazi-Bewegung in Berührung kommen, versucht,
Hintergründe aufzudecken, vermeidet aber vordergründige
Schuldzuweisungen.
    
    
    Der vielschichtige halbdokumentarische Kurzfilm "Killer Boots"
zeigt mit Aufnahmen aus den Produktionsstätten der "Doc
Martens"-Boots, die eigentlich traditionelle Arbeitsschuhe sind, aber
weltweit zum Erkennungszeichen von Rechtsradikalen wurden, die
Bedeutung von Schuhen als tödliche Waffen und Symbole brutaler
Gewalt.
    
    Im Mittelpunkt des schwedischen Kurzfilms von Regisseur Kjell-Åke
Olsson aus dem Jahr 1997 steht die schwierige Rehabilitation eines
jungen Mannes, der durch die "Killer Boots" beinahe sein Leben
verloren hätte: Christer Dyrwold wurde in der Nähe eines
Jugendzentrums zusammen getreten. Er musste nach einer Woche
Bewusstlosigkeit und neun Monaten Krankenhausaufenthalt neu lernen,
sein Gehirn und seinen Körper zu benutzen.
    
    3sat setzt seine Aktionswoche "Gemeinsam Gegen Gewalt" ab 23.00
Uhr mit dem österreichischen Film "Die Gutmenschen", der sich mit dem
Thema Flüchtlinge auseinander setzt, fort. Am Freitag, 9. März, folgt
im Rahmen der Aktionswoche ab 15.35 Uhr der Film "Einmal Schläger -
immer Schläger?", der sich mit Basler Rowdies 1993 und heute
beschäftigt.
    
    Zu den beiden Beiträgen "Die Bombe tickt" und "Killer Boots" ist
nach dem Ende der Sendungen für zwei Stunden ein Internetforum
geöffnet, an dem Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Justizminister von
Niedersachsen, teilnimmt. Aktuelle Informationen zu den Internetforen
finden Sie unter www.3sat.de.
    
    Freitag, 9. März 2001
    
    23.15 Uhr    Debütfilme - made in Austria
    Fremde
    (Deutsche Erstausstrahlung)
    
    Margit ist eine alleinerziehende Mutter um die dreißig. Ihr Alltag
ist von Routine geprägt und spielt sich ab zwischen Versorgung und
Erziehung der Tochter und ihrem Job am VIP-Schalter des Wiener
Flughafens. Als Hollywood-Star Matt Damon als Fluggast angekündigt
wird, setzt sie alles daran, wenigstens einmal aus ihrem Alltag
auszubrechen und den Schauspieler betreuen zu dürfen. Und dann rückt
der mit Spannung erwartete Moment näher.
    
    "Fremde" wurde auf der Viennale 1999 mit dem Kurzfilmpreis und bei
den Kurzfilmtagen Oberhausen mit dem Hauptpreis des Internationalen
Wettbewerbs ausgezeichnet.
    
    Mit dem Kurzfilm der jungen österreichischen Regisseurin Kathrin
Resetarits setzt 3sat seine Reihe "Debütfilme - made in Austria"
fort. Direkt im Anschluss an "Fremde" stellt 3sat mit "Flora", ab
23.40 Uhr, und "Inter-View", ab 0.05 Uhr, von Jessica Hausner weitere
Werke einer österreichischen Nachwuchsregisseurin vor.
    
    
    Samstag, 10. März 2001
    
    20.15 Uhr    Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn
von Goethe
    (Erstausstrahlung)
    
    Weimar, im Oktober 1786. Goethe hat die Residenzstadt fluchtartig
in Richtung Italien verlassen. Während Charlotte von Stein, die
langjährige Freundin des Dichters (Carmen-Renate Köper), auf eine
Nachricht wartet, rechtfertigt sie sich in einem furiosen Monolog,
für Goethes Abreise verantwortlich zu sein. In ihrem Klagemonolog
entwirft sie eine genaue psychologische Studie menschlicher
Charaktere im ausgehenden 18. Jahrhundert. 3sat zeigt den
Fernsehfilm, eine Inszenierung von Peter Eschberg am Schauspiel
Frankfurt nach einer Vorlage von Peter Hacks.
    
    Sonntag, 11. März 2001
    
    11.05 Uhr    Matinee
    Tarabas
    Teil 1
    
    Tarabas, Sohn russischer Großgrundbesitzer (Helmut Lohner),
schließt sich aus Leidenschaft einer revolutionären Gruppe an. Sein
Vater (Eric Frey) verstößt ihn deshalb von Haus und Hof. Tarabas geht
nach Amerika und entdeckt in New York die Lust an der
Gewalttätigkeit. Als ihm eine Zigeunerin voraussagt, er werde ein
Mörder und auch ein Heiliger werden, fühlt er sich einem
unentrinnbaren Schicksal ausgeliefert.
    
    Den zweiten Teil des Fernsehfilms "Tarabas" nach dem Roman von
Joseph Roth von Regisseur Michael Kehlmann aus dem Jahr 1981 zeigt
3sat am Sonntag, 18. März, ab 11.15 Uhr.
    
    
    20.15 Uhr    Aus dem Mainzer "unterhaus"
    Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2001
    
    Aus dem Mainzer "unterhaus" zeigt 3sat Ausschnitte aus einer
Aufzeichnung der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises 2001. Das
Kölner Trio "3Gestirn", Michael Quast, das musikalische Duo "Queen
Bee" und die "Zwei echten Österreicher" Thomas Maurer und Florian
Scheuba sind die diesjährigen Preisträger in den Sparten Kabarett,
Kleinkunst, Chanson/Lied und "Förderpreis der Stadt Mainz". Es
moderiert der Vorjahrespreisträger in der Sparte Kabarett, Urban
Priol.
    
    
    21.45 Uhr    Gemeinsam Gegen Gewalt
    Dokumentarfilmzeit
    Neustadt
    Stau - der Stand der Dinge
    anschl.    Thomas Heise im Gespräch mit Dietrich Leder (23.10 Uhr)
    (Erstausstrahlung)
    
    In einem ersten Film "Stau - jetzt geht's los" porträtierte Thomas
Heise 1992 rechtsradikale Jugendliche aus Halle-Neustadt. Die
Fortsetzung "Neustadt. Stau - der Stand der Dinge" will die
Entwicklung der damaligen Jugendlichen und die ihrer Eltern
durchschaubar machen. Der Film von Thomas Heise aus dem Jahr 2000
beobachtet das "fremde rechte Wesen", porträtiert neue Protagonisten
sowie damals Beteiligte und versucht, ihr tatsächliches Lebensumfeld
zu zeigen.
    
    
    Im Anschluss an diesen Film spricht Dietrich Leder mit dem Autor
Thomas Heise im 3sat-Studio über die Bedingungen der dokumentarischen
Filmarbeit, wenn sie mit Protagonisten der rechten Szene erfolgt, und
die diffizile Gratwanderung, die der Autor zwischen Annäherung und
Distanz zu bestehen hat.
    
    Mit dem Film "Neustadt. Stau - der Stand der Dinge" beschließt
3sat seine Aktionswoche "Gemeinsam Gegen Gewalt".
    3sat aktuell
    

ots Originaltext: 3sat
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

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