Dr. Wolff-Forschung

Situation erstmals im Labor wissenschaftlich nachgebildet: Dauerstress fördert die Glatzenbildung

Situation erstmals im Labor wissenschaftlich nachgebildet: Dauerstress fördert die Glatzenbildung
Bernd heute und nach 25 Jahren Dauerstress. / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Abdruck bitte unter Quellenangabe: "obs/Dr. Wolff-Forschung".

Bielefeld (ots) - Was passiert, wenn man Haarwurzeln unter Stress setzt? Dieser Frage gehen seit geraumer Zeit Wissenschaftler weltweit nach. Jetzt ist es einem Forscherteam der Universität Lübeck gelungen, Haarwurzeln dem natürlichen Stress durch körpereigene Hormone auszusetzen. Stresshormone beeinflussen die Energiebilanz an der Haarwurzel, so die Beobachtung der Wissenschaftler. Hält dieser Vorgang an, liegt also eine dauerhafte Stresssituation vor, kommt es vermutlich zu vermehrtem Haarausfall.

Der Körper reagiert auf permanenten Stress, indem er vermehrt Stress-Hormone ausschüttet. Und die fördern eben unter Umständen auch die Glatzenbildung. Die Initialzündung geht dabei vom Corticotropin auslösenden Hormon CRH aus. Es setzt verstärkt Cortisol und Testosteron frei. Das wiederum führt zu einem Energiemangel, der sich unter anderem in den Haarwurzeln bemerkbar macht. Beschleunigter Haarausfall ist die Folge. Dieser Wirkungszusammenhang konnte jetzt erstmals an der Universitätshautklinik Lübeck unter der Leitung von Dr. T. Fischer und Prof. Dr. R. Paus anhand eines Haarorgankultur-Modells experimentell bewiesen werden. Schon bei geringen und spezifischen CRH-Konzentrationen wurde die Wachstumsphase der Haarwurzel deutlich verkürzt und außerdem vergrößerte sich der Anteil Haare in der Ruhephase. Genau das sind die Voraussetzungen für vorzeitigen Haarausfall. Durch den Zusatz einer geringen Menge von Coffein - auch das ein Ergebnis des Experiments - verschwand der negative Effekt von CRH dann jedoch wieder vollständig.

"Damit hat sich Coffein ein weiteres Mal als haarwurzel-stimulierender Wirkstoff gezeigt, der sowohl gegen die supressiven Eigenschaften des männlichen Geschlechtshormons Testosteron als auch gegen das Stresshormon CRH erfolgreich eingesetzt werden kann", bewertet der Leiter der Dr. Wolff-Forschung, Dr. Adolf Klenk, die Forschungsergebnisse aus Lübeck. "An diese unerwartet klaren Resultate sollten sich weitere Untersuchungen anschließen, damit weitere Details des Ablaufs geklärt werden können."

Die Lübecker Ergebnisse erweitern und bestätigen vorausgegangene Stress-Untersuchungen der Dr. Wolff-Forschung, die u. a. 2007 in Stress-Situationen mit Handballern anlässlich der Weltmeisterschaft durchgeführt wurden. Auch damals zeigte sich, dass mentale Anspannung und körperliche Anstrengung Stress-Hormone ausschütten und bei Sportlern das Risiko für Haarausfall vergrößern.

Stress ist bei vielen Menschen heutzutage fast schon der Normalzustand. Gut drei Viertel der Bundesbürger fühlen sich übermäßiger Belastung ausgesetzt. Und der Druck wird offenbar ständig stärker. Laut einer repräsentativen Umfrage haben knapp 23 Prozent den Eindruck, der Stress nehme immer mehr zu. Die gesundheitlichen Folgen einer Dauerbelastung können vielfältig sein. Die Palette reicht von Kopfschmerzen und Verspannungen über Schlafprobleme bis hin zu Bluthochdruck und Magenbeschwerden.

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