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BLOGPOST: Pressemitteilungen per Post im Jahr 2017?!

BLOGPOST: Pressemitteilungen per Post im Jahr 2017?!

Es gibt ihn immer noch: den guten alten Brief. Als Transportmittel für Pressemitteilungen hat er jedoch inzwischen ausgedient. So sollte man meinen. Aber Daniel Borchers erhält bis heute immer wieder Pressemeldungen auf Papier - sehr zu seinem Ärger. Der Leitende Redakteur des Marketing-Magazins ONEtoONE erzählt im TREIBSTOFF-Blitzinterview, was er sich von PR-Agenturen und Pressestellen wünscht.

TREIBSTOFF: Würden Sie uns in ein paar Sätzen Ihren Arbeitsalltag beschreiben?

BORCHERS: Eine gedruckte Monatsausgabe von ONEtoONE entsteht eigentlich in drei Phasen: Themenfindung, Redaktionskonferenz, Recherche beziehungsweise Produktion. Dazwischen stehen viele E-Mails, gelegentliche Kongress- und Messebesuche sowie direkte Gespräche mit Vertretern der Branche, meist elektronisch, manchmal persönlich.

TREIBSTOFF: Wie recherchieren Sie neue Themen?

BORCHERS: Zuerst natürlich online. Im besten Fall findet man dort wenig zum Thema und man ist auf etwas Neues gestoßen. Um ein wirklich fremdes Thema zu verstehen, werden dann meist Gespräche mit Experten vereinbart, oder man stellt ein bis zwei gezielte Fragen schriftlich an Fachkräfte. In der Regel kommt man durch persönliche Fachgespräche, die ganz allgemein starten, auf neue Ideen. Um zu wissen, was die Leser umtreibt, muss man sie ja erstmal fragen.

TREIBSTOFF: Wie müssen Presseinformationen aussehen, mit denen Sie etwas anfangen können?

BORCHERS: Digital. Ich freue mich zwar meist über analoge Post, aber was soll ich mit ausgedruckten Pressemitteilungen per Post anfangen - einscannen? Wenn in einer E-Mail die News schon nach dem Betreff klar ist, und wenn die Mail dann in nüchterner Sprache schnell erklärt, was Sache ist, und am besten noch Bilder bereithält, kann man damit arbeiten.

TREIBSTOFF: Welche Fehler machen Absender von Presseinformationen immer wieder?

BORCHERS: Es gibt viele Kleinigkeiten, die immer wieder negativ auffallen. Verteiler, die seit fünf Jahren nicht aktualisiert wurden. Oder der Versand an 300 Medien, die nicht bcc sondern sichtbar stehen. Nicht funktionierende Links, oder Links auf Formulare, in die ich meine Daten eingeben soll. Außerdem gibt es bestimmte Termine zu Messen, bei denen sich dann (zu) viele melden, die sich sonst nie melden. Was ich bei Firmenwebsites schlimm finde: Wenn ich nicht direkt den Button "Presse" finde. Manchmal findet man einen Verantwortlichen unter "Kontakt", oder "News". Aber zu oft auch gar keinen Pressebereich.

TREIBSTOFF: Wie möchten Sie am liebsten angesprochen werden?

BORCHERS: Immer bevorzugt per E-Mail. Manchmal gibt es aber auch charmante Anrufe, in denen ganz transparent erzählt wird, dass man sich und das Unternehmen beziehungsweise das Produkt mal vorstellen möchte, aber nicht wisse wie. Was ich nicht mag sind Fragen wie "Machen Sie was dazu?". Denn selbst wenn: Ich habe nicht vor, es vorher zu erzählen.

Dieser Beitrag ist ein Original-Blogpost aus TREIBSTOFF: http://treibstoff.newsaktuell.de/keine-pressemitteilungen-per-post/

Was ist TREIBSTOFF?

TREIBSTOFF ist das Blog der dpa-Tochter news aktuell. Es geht dort um die Themen Kommunikation, Pressearbeit und Social Media. Und manchmal auch um news aktuell selbst. Welche Trends, welche Apps, welche Themen bewegen Kommunikationsfachleute heute? Wie sieht unser Arbeitstag aus? Was ist wichtig für die Karriere? Best Practice, Interviews und Gastbeiträge warten auf PR-Profis und Pressesprecher. Ein Mal pro Quartal gibt es TREIBSTOFF auch als gedrucktes Magazin.

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