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Greenpeace stellt Konzept zur Stromkennzeichnung vor / Verbraucherrecht auf Information muss auch für Stromrechnungen gelten

    Hamburg (ots) - Greenpeace hat heute in Berlin ein Konzept zur
Kennzeichnung von Strom vorgestellt. Danach sollen künftig die
Erzeugungsart des Stromes, die damit verbundenen Umweltauswirkungen
(z.B. Kohlendioxidemission, Atommüllproduktion) sowie das
Herkunftsland auf jeder Stromrechnung stehen. Durch die
Liberalisierung des Strommarktes in ganz Europa werden gegenwärtig
immer größere Teile des Geschäfts über Zwischenhändler und
Strombörsen abgewickelt. Dadurch wird die Herkunft des Stroms
zunehmend verschleiert. Der Anteil aus unbekannter Herkunft steigt
damit kontinuierlich. Mittlerweile geben die großen Stromkonzerne
E.on, RWE und EnBW für rund die Hälfte ihres verkauften Stromes keine
Energiequellen mehr an.
    
    "Auf jedem Schokoriegel muss draufstehen, was drin ist.
Stromkonzerne verkaufen indes die Katze im Sack. Sie verschweigen
Ihren Kunden, von welchen Kraftwerken sie ihren Strom kaufen,"
kritisiert Greenpeace Energie-Experte Sven Teske die Entwicklung auf
den Strommärkten. "Die Verbraucher haben ein Recht auf Information.
Alle Stromhändler müssen verpflichtet werden, auf Stromrechnungen und
in der Werbung künftig offen zulegen, wo und aus welchen Quellen sie
ihre Energie einkaufen."
    
    Die europäische Kommission will zur Zeit die seit 1996 gültige
Richtlinie für die Liberalisierung der Strommärkte ändern. Das heißt
ein wichtiges Grundrecht des Verbrauchers, wie das "Recht auf
Information", ist in akuter Gefahr. Das Europaparlament hat im März
durchgesetzt, dass eine Kennzeichnungspflicht für Strom in den
Entwurf der neuen Richtlinie aufgenommen worden ist. Es ist jedoch zu
befürchten, dass auf Initiative der EU-Mitgliedsstaaten die
Stromkennzeichnung wieder gekippt werden soll.
    
    "Das Bundeswirtschaftsministerium hat bislang keine klare Position
dazu, wie eine Stromkennzeichnung in Europa geregelt werden soll",
sagt Teske. "Wir fordern Bundeswirtschaftsminister Müller auf, sich
bei den in Kürze stattfindenden Gesprächen im spanischen Pamplona und
in Luxemburg für eine europaweite Kennzeichnungspflicht und für eine
Vorrangregelung für sauberen Strom auszusprechen."
    
    Eine Kennzeichnungspflicht, wie sie Greenpeace fordert,  ist in 21
Staaten der USA bereits Pflicht oder in Vorbereitung. Auch in
Österreich besteht seit Oktober 2001 eine Kennzeichnungspflicht für
Strom. Ähnlich wie bei Lebensmitteln müssen Stromhändler dort die
Zusammensetzung ihres Strommixes auf der Rechnung angeben. Angesichts
der zunehmenden Atomstromimporte aus dem Ausland fordert Greenpeace,
dass die Kennzeichnung des Stroms in Europa schon mit der
Stromwerbung beginnen muss.
    
    Achtung Redaktionen! Rückfragen bitte an Energie-Experten Sven
Teske, Tel.: 0172-4040754 oder an Pressesprecher Björn Jettka, Tel.:
040-30618383 bzw. 0171-8780778. Internet: www.greenpeace-energy.de
    
    
    
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