Greenpeace e.V.

Fünf Jahre Fukushima - Trotz zu hoher radioaktiver Werte sollen Menschen zurückkehren

Fünf Jahre Fukushima - Trotz zu hoher radioaktiver Werte sollen Menschen zurückkehren
Dateiname: bme-fukushima.mp3
Dateigröße: 2,07 MB
Länge: 02:15 Minuten

ein Dokument zum Download

Hamburg (ots) - Anmoderationsvorschlag:

Am 11. März ist es genau 5 Jahre her - die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Damals war es nach einem Erdbeben und einem Tsunami zu mehreren Kernschmelzen im Atomkraftwerk gekommen. Große Mengen radioaktiven Materials wurden freigesetzt und kontaminierten die Luft, die Böden und das Wasser. Etwa 160.000 Einwohner wurden damals evakuiert, viele von ihnen sollen aber in gut einem Jahr wieder in die Region Iitate zurückkehren. Helke Michael berichtet.

Sprecherin: Japan ist ein dicht besiedeltes Gebiet. Allein in Fukushima City leben etwa 300.000 Menschen. Aber es gibt auch dichte Wälder und Gebirge, die niemals richtig von der Radioaktivität befreit werden können.

O-Ton 1 (Heinz Smital, 0:21 Min.): "Und von daher wird immer wieder Radioaktivität runter geschwemmt werden auf bereits gereinigte Gebiete. Also etwa ein Bereich von 20 Kilometern um den Unglücksreaktor ist nach wie vor unbewohnbar, aber auch noch ein Streifen Richtung Nordwesten, etwa 50 Kilometer weit ist auch unbewohnbar, weil dort sehr viel Radioaktivität niedergegangen ist."

Sprecherin: So Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace Deutschland, der erst vor kurzem aus der Region um Fukushima zurückgekehrt ist. Laut Messungen von Greenpeace können die Einwohner erst in frühestens 100 Jahren wieder zurückkehren. Doch schon in gut einem Jahr sollen die Bewohner von Iitate ihre alten Häuser beziehen - eine Region etwa 40 Kilometer von Fukushima entfernt.

O-Ton 2 (Heinz Smital, 0:16 Min.): "Das ist tatsächlich unzumutbar für die Leute, weil es nicht gelingt, die Strahlung dort wesentlich zu reduzieren. Es ist eine Missachtung der Opfer, wenn ihnen praktisch ein unbrauchbares Haus zurückgegeben wird, vollkommen ohne Entschädigung."

Sprecherin: Diese hohen Entschädigungskosten würden dem Betreiber des AKW Fukushima nämlich erspart werden, würden die Einwohner zurückkehren.

O-Ton 3 (Heinz Smital, 0:24 Min.): "Man muss nicht den gesamten Besitz entschädigen, sondern hatte nur eine geringe Entschädigung während der Nicht-Nutzbarkeit zu leisten. Und ein anderer Punkt ist, insgesamt will die Regierung Abe zur Atomkraft zurückkehren. Da ist es notwendig, zu zeigen, dass auch ein großer Atomunfall sich zumindest teilweise zurückbauen lässt. Hier soll Normalität vorgespielt werden, wo keine ist."

Sprecherin: Das zeigen auch neue Messungen von Greenpeace vor Japans Küste im Pazifik.

O-Ton 4 (Heinz Smital, 0:28 Min.): "Es geht darum, dass hier auch eine sehr große Fläche kontaminiert ist und es zeigen neue Studien, dass Ökosysteme insgesamt auf radioaktive Belastung sensibler reagieren als einzelne Individuen, wenn sie bestrahlt werden. Diese Messungen helfen den Leuten beim Durchsetzen von ihren Rechten und zeigt auch, wie verfehlt die Politik von Ministerpräsident Abe ist, diese Gebiete als 'wieder in Ordnung' zu erklären."

Abmoderationsvorschlag:

Vor fünf Jahren kam es zur Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan. Zehntausende Tiere verendeten damals elend - Zehnzausende Menschen wurden evakuiert. Viele von ihnen sollen nun in die Region zurückkehren, obwohl die radioaktiven Werte immer noch viel zu hoch sind. Mehr Infos finden Sie auch unter greenpeace.de.

ACHTUNG REDAKTIONEN: 
  
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de. 

Pressekontakt:

Cornelia Deppe-Burghardt
Telefon: 040-30618-344
E-Mail: Cornelia.Deppe-Burghardt@greenpeace.de
Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung

Medieninhalte
2 Dateien

Weitere Meldungen: Greenpeace e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: