Greenpeace e.V.

Fischmanufaktur mit Verbindung zum Walfang
Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Walskulptur bei "Deutsche See"

Bremerhaven (ots) - "Keine Geschäfte mit Walfängern" fordern heute Morgen 15 Greenpeace-Aktivisten an der Firmenzentrale der Fischmanufaktur "Deutsche See". Die Umweltschützer haben eine stählerne Walskulptur mit der Aufschrift "Save the whales" vor dem Gebäude aufgebaut und informieren die Mitarbeiter. Das Kunstwerk ist vier Meter hoch, 2,5 Meter breit und wiegt 8,7 Tonnen. Anlass für den Protest sind die Verbindungen von Deutsche See zum isländischen Walfang: Der größte deutsche Fischimporteur bezieht Fisch von dem isländischen Fischereiunternehmen "HB Grandi hf", das personell und über Kapitalanteile mit der Walfangfirma "Hvalur hf" verknüpft ist. (http://www.greenpeace.de/walfang)

"Deutsche See hat 2010 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten - und finanziert gleichzeitig den isländischen Walfang mit. Das passt nicht zusammen!", sagt Dr. Sandra Schöttner, Meeresexpertin bei Greenpeace. In den Hallen von HB Grandi hf werden zum Beispiel die von Hvalur hf getöteten Finnwale zerlegt und für den Export vorbereitet. "Wir fordern Deutsche See auf, die Verträge zu HB Grandi hf umgehend einzufrieren und sich für ein Ende der Waljagd einzusetzen", sagt Schöttner.

Deutsche See kofinanziert isländischen Walfang

Greenpeace hat Deutsche See in den letzten Jahren wiederholt das Geflecht der isländischen Fischfirmen rund um Walfänger Kristján Loftsson aufgezeigt (http://gpurl.de/UEoQD). Loftsson ist nicht nur Geschäftsführer der Walfangfirma Hvalur hf. Er steuert als Aufsichtsratsvorsitzender auch die Geschäfte der Fischereifirma HB Grandi hf, die direkt an Deutsche See liefert. Über Hvalur hf und ein Geflecht an Zwischenfirmen hält der Chefwalfänger zudem einen Hauptanteil an HB Grandi hf. Deutsche See gilt als ein Hauptkunde von HB Grandi hf und importiert zum Beispiel Rotbarsch. Die Fischprodukte landen über die großen Supermärkte sowie über Kantinen, Restaurants und Catering-Services auf den Tellern deutscher Verbraucher.

In der laufenden Fangsaison stehen in Island 154 bedrohte Finnwale auf der Abschussliste. Neben Japan und Norwegen ist Island das einzige Land, das noch Wale fängt und verkauft. Trotz Mitgliedschaft in der Internationalen Walfangkommission sieht sich das Land nicht an das kommerzielle Walfangverbot gebunden. Grund ist ein juristisch fragwürdiger Vorbehalt. Zudem verstößt die Walfangfirma Loftssons gegen das internationale Handelsverbot für Walprodukte durch die Washingtoner Artenschutzkonvention CITES. Das Fleisch der Finnwale ist in Island selbst unverkäuflich. Es wird ausschließlich nach Japan exportiert, wo es ebenfalls kaum Absatz findet. Greenpeace deckte 2013 den Transport von Finnwalfleisch über den Hamburger Hafen auf. Mit Unterstützung zehntausender Walschützer bewirkte der Protest, dass das Fleisch zurück zum Absender geschickt wurde.

Achtung Redaktionen: Am morgigen Samstag werden Greenpeace-Ehrenamtliche Verbraucher in über zwanzig deutschen Städten über die Geschäftsbeziehungen von Deutsche See informieren. Für Rückfragen erreichen Sie Dr. Sandra Schöttner, Tel. 0151- 56904445, oder Pressesprecherin Michelle Bayona, Tel. 0171-8780830. Fotos unter Tel. 040-30618377, Video unter http://bit.ly/1s6sqH2 und Tel. 0175-5891718. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de, auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.

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