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Greenpeace entdeckt neuen Skandal-Stall
Tierarzt fordert Schließung der Putenmastanlage von Heidemark

    Wieglitz/Hamburg (ots) - Greenpeace entdeckt immer mehr überfüllte
Putenmastanlagen, in denen unter massivem Einsatz von Antibiotika
Puten für Produkte des Nahrungsmittel-Konzerns Unilever unter
skandalösen Umständen gemästet werden. Nach zwei Stallfunden in
Niedersachsen entdeckte Greenpeace nun auch einen Putenstall mit
besonders vielen verwahrlosten Tieren in Wieglitz in Sachsen-Anhalt.
Seit heute morgen protestieren 20 Greenpeace-Aktivisten auf dem
Gelände des Hofes gegen die skandalösen Zustände dieser
Massentierhaltung. Der Stall gehört dem Unilever-Lieferanten
Heidemark, der Unilever mit Putenfleisch für Wurst- und
Fleischprodukte der Diät-Marke "Du darfst" beliefert.
    
    Die Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Stalltor das 4,5 mal 3,5
Meter große Foto einer Pute aus dem Stall befestigt, die wegen der
Mastbedingungen deformierte Beine hat. Mit einem großen Stempel haben
sie auf das Bild gedruckt: "So produziert 'Du darfst'". Auf einem
Banner über dem Tor fordern die Demonstranten "Stoppt die
Massentierhaltung". Die skandalösen Zustände in der Stallanlage mit
schätzungsweise 20 000 Tieren werden mit Foto und Video dokumentiert.
    
    "Unilevers Werbung für die 'Du darfst'-Produkte hat nichts mit der
Realität zu tun", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei
Greenpeace. "Unilever verkauft seine Putenprodukte als modern und
gesund. Aber wer so einen Stall sieht, dem vergeht der Appetit auf
Pute."
      
    Der Tierarzt Dr. Johannes Boers aus Oldenburg bewertete anhand von
Fotos und Videomaterial aus dem Stall den Zustand der Tiere: "Die
Puten stehen viel zu dicht. Viele leiden unter Gelenkschäden,
entzündlichen Brustblasen, Infektionen und Skelettdeformationen. Die
zu hohe Zahl an Tieren in dem Stall führt zu Aggressionen, die Puten
bepicken sich gegenseitig und reissen sich Federn und Gewebestücke
aus. Ein solcher Stall müßte unter tierschützerischen,
seuchenhygienischen und Umweltaspekten von den Behörden sofort
geschlossen werden."
    
    Auch in dieser Mastanlage gibt es Belege für den umfangreichen
Einsatz von Antibiotika. So zeigen Recherchen, die Greenpeace
vorliegen, dass die Antibiotika Amoxicillin und Tetracyclin
säckeweise auf dem Gelände gelagert werden und über das Tränkewasser
verabreicht werden. Dennoch gibt es aufgrund der fürchterlichen
hygienischen Bedingungen in dem Stall viele kranke Tiere, täglich
gehen Puten ein. "Hier wird Billigfleisch produziert. Gutes Fleisch
gibt es nur von gesunden Tieren. Wir fordern Unilever auf, kein
Fleisch mehr aus Massentierhaltung zu beziehen", so Martin
Hofstetter.
    
    Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Martin Hofstetter, Tel.
0171-8780-830, und Pressesprecher Michael Hopf, Tel. 0171-8780-835.
Hier erhalten Sie auch Auskunft zu aktuellen Fotos und
Beta-SP-Material aus dem Stall. Internet:
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