Greenpeace e.V.

Heizwärme: 70 Prozent der Energie verpufft
Greenpeace fordert Wärmeschutz für ältere Wohngebäude - Bundesweite Thermografie-Tour dokumentiert Wärmelecks

    Köln (ots) - Die meisten älteren Wohnungsbauten in der
Bundesrepublik sind wahre Verschwender von Heizenergie. Durch
schlecht gedämmte Fassaden, Fenster und Dächer ist der
Heizwärmeverbrauch dreimal höher als nötig, wie Greenpeace heute auf
einer Pressekonferenz in Köln erklärte.
    
    "Die Wärmedämmung vieler deutscher Wohnhäuser ist löchrig wie ein
Schweizer Käse. Mit einer umfangreichen Sanierung könnte der
Heizenergie-Verbrauch der Haushalte um bis zu 70 Prozent reduziert
werden", sagt Jan Rispens, Klimaexperte von Greenpeace. Die
Raumheizung verursacht pro Jahr 180 Millionen Tonnen klimaschädliches
Kohlendioxid, 20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen.
    
    Bisher scheuen viele Wohnungseigentümer wegen der hohen Kosten vor
einer Sanierung ihrer Gebäude zurück. Eine umfangreiche Wärmedämmung
könnte jedoch sowohl für den Wohnungsinhaber als auch für den Mieter
lohnend sein, wie eine im Auftrag von Greenpeace durchgeführte
Untersuchung des Darmstädter Institutes Wohnen und Umwelt (IWU)
belegt. Dazu müsste der Staat etwa 30 Prozent der energiebedingten
Mehrkosten übernehmen.
    
    Außerdem müßte er sicherstellen, dass Energiesparmaßnahmen für den
Vermieter wirtschaftlich sind und auf den Mieter keine zusätzlichen
Belastungen zukommen (Warmmietenneutralität). Der vorgestellte Ansatz
des IWU geht davon aus, dass der Energieverbrauch eines Gebäudes als
Kriterium im Mietspiegel aufgenommen wird. Führt ein Vermieter
Energiesparmaßnahmen durch, kann er eine höhere Kaltmiete verlangen.
Dem Mieter kommt die Heizkosteneinsparung zugute.
    
    Jan Rispens: "Der Vorschlag des IWU lohnt sich für alle
Beteiligten. Weder Mieter noch Vermieter zahlen bei einer
energetischen Sanierung drauf, und die Bundesregierung schafft
Arbeitsplätze und kommt ihrem Klimaschutzziel ein großes Stück
näher." Greenpeace fordert daher Bundeskanzler Schröder auf, in
seinem für diesen Sommer angekündigten Klimaschutzplan ein
umfassendes Wärmeschutzprogramm für ältere Wohnungsbauten zu
verankern. Nach Berechnungen des Wuppertal-Institutes könnten mit
einer umfangreichen Wärmedämmung bis zu 400.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen werden. Durch sinkende Sozialausgaben und eine
geringfügige Umschichtung der Fördergelder vom Neu- in den
Altbaubereich hätte der Staat keine zusätzliche finanzielle Belastung
zu befürchten.
    
    Um das Ausmaß der Wärmeverluste in Wohngebäuden deutlich zu
machen, startet Greenpeace heute in Köln eine bundesweite
Dokumentations-Tour in 22 Städte. Dabei werden mit Hilfe einer
wärmeempfindlichen Infrarot-Kamera Energieverluste an Wohngebäuden
sichtbar gemacht. Jan Rispens: "Köln beispielsweise ist ein
gigantischer Freiluft-Heizkörper. Etwa 65 Prozent der Gebäude sind 20
bis 50 Jahre alt. Hier liegt das größte Energiesparpotential, das bei
der nächsten Sanierung genutzt werden kann."
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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0171-8780-821, Jens Knissel (IWU), Tel. 06151-290478 oder Greenpeace
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