R+V-Infocenter

Fahrerflucht: Versicherungsschutz auch bei Lackschäden gefährdet
R+V-Infocenter: Geldstrafe, Punkte und Fahrverbot möglich - Auswirkungen auf Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung

Wiesbaden (ots) - Beim Ausparken das Nachbarauto gestreift oder mit der Tür eine Beule verursacht: Bagatellschäden - solange der Verursacher sich nicht vom Unfallort entfernt. "Wer einen Zettel hinter den Scheibenwischer klemmt und weiterfährt, begeht Fahrerflucht. Das gilt auch bei kleinen Kratzern", sagt Karl Walter, Kfz-Experte beim Infocenter der R+V Versicherung. Wenn die Polizei den Unfallverursacher erwischt, muss dieser mit einer hohen Strafe rechnen - von Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot bis hin zu einer Geld- oder Haftstrafe. Hinzu kommt: Fahrerflucht gefährdet den Versicherungsschutz.

Normalerweise übernimmt die Vollkaskoversicherung auch leicht fahrlässig verursachte Schäden am eigenen Fahrzeug. Anders sieht es bei vorsätzlicher Fahrerflucht aus: Das ist eine Straftat - der Versicherungsschutz entfällt. "Zudem kann die Haftpflichtversicherung bis zu 5.000 Euro zurückfordern", so R+V-Experte Walter. Schlimmstenfalls kann sie die Police komplett kündigen. Der R+V-Experte empfiehlt, 30 Minuten auf den Geschädigten zu warten. Taucht er nicht auf, sollten Unfallverursacher die Polizei verständigen.

Weitere Tipps des R+V-Infocenters:

   - Auch bei dringenden Geschäftsterminen die Wartezeit einhalten. 
     Sie gelten nicht als wichtiger Hinderungsgrund.
   - Wer sich vom Unfallort entfernt, sollte die Meldung binnen 24 
     Stunden nachholen. Je nach Sachlage können Gerichte dies als 
     "tätige Reue" strafmildernd werten.
   - Wenn der Fahrer zur nächsten Polizeidienststelle fährt, um den 
     Unfall zu melden, ist dies keine Fahrerflucht. Dasselbe gilt, 
     wenn er sich verletzt hat und ärztliche Hilfe benötigt. 

Vorsicht "Fingerabdruck": Nachweis durch Lacksplitter

War er es oder nicht? Autofahrer sollten bedenken, dass die Polizei heute über moderne Ermittlungsmethoden verfügt. Diese erlauben oft eindeutige Nachweise, ähnlich einem "Fingerabdruck" - zum Beispiel durch Lacksplitter vom Unfallort. Je nach Hersteller, Modell und Baujahr sind die Lacke unterschiedlich. So können die Ermittler ein verdächtiges Auto zuverlässig mit dem Unfall in Verbindung bringen.

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