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Faktencheck: Wie viel Freiheit Eltern ihren Kindern beim Surfen geben

Saarbrücken (ots) - Schon Erstklässler recherchieren für ihre Hausaufgaben im Internet. Damit die Kleinen im Netz sicher surfen, will die Bundesregierung die Medienkompetenz von Kindern mit einer Initiative stärken. Die Ergebnisse einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt (1) zeigen: Auch Eltern haben digitalen Nachholbedarf.

Die ersten Schritte im Netz

Was einst das Lexikon im Bücherregal war, ist heute die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Schon Grundschüler recherchieren für ihre Schulaufgaben im Internet.

   - Ob als Vorbereitung für den Unterricht oder als Hilfestellung 
     bei den Hausaufgaben: Gut ein Viertel der Schüler zwischen 6 und
     8 Jahren (26 Prozent) sucht im Netz nach unterrichtsrelevanten 
     Informationen. Insgesamt ist die Online-Recherche die 
     zweithäufigste Aktivität (60 Prozent) der jungen User - 
     zumindest laut ihren Eltern.
   - Auf Platz eins liegt das virtuelle Spielen. Mit 70 Prozent ist 
     dies die häufigste Aktivität im Netz. Es zeigt sich: Auch im 
     digitalen Raum bleiben Kinder das, was sie sind - Kinder. 

Über die Hälfte der Kleinen surft ohne Aufsicht

Auch wenn Mütter und Väter benennen können, was ihre Sprösslinge im Internet scheinbar treiben: Viele Eltern lassen ihren Kleinen freie Hand an internetfähigen Geräten - und wissen so nicht, auf welchen Seiten ihre Kinder wirklich surfen.

   - 56 Prozent der 6- bis 14-jährigen Kinder nutzen das Internet 
     ohne Aufsicht.
   - 83 Prozent derer Eltern geben an, nicht jedes internetfähige 
     Gerät mit einem Kinderschutz-Programm gesichert zu haben. Diese 
     Art von Software stellt sicher, dass Kindern nur Zugang zu 
     bestimmten Inhalten gewährt wird. Damit reduziert sich die 
     Wahrscheinlichkeit, dass Kinder Inhalte von bedenklichen Seiten 
     sehen, herunterladen und möglicherweise Viren oder andere 
     Schadprogramme einschleusen. 

"Viele Erwachsene sind unsicher, wie sie sich vor digitalen Gefahren schützen können", sagt Patrick Lemens, Online-Experte bei CosmosDirekt. "Es gibt Nachholbedarf, denn nur was Eltern selbst wissen, können sie auch ihrem Nachwuchs vermitteln. CosmosDirekt bietet einen ausführlichen Ratgeber zum Thema Sicherheit im Internet an. Dort können sich Erwachsene ganz leicht informieren und das Wissen dann an ihre Kinder weitergeben."

Kenntnisse über den Schutz vor Viren und Schadprogrammen nicht selbstverständlich

Es gibt viele Möglichkeiten, internetfähige Geräte für den Alltagsgebrauch sicherer zu machen. Die Umfrage zeigt aber: Fast ein Drittel der Eltern ist von den technischen Möglichkeiten überfordert oder kennt sich nicht gut genug mit dem Sicherheitsangebot aus.

   - 30 Prozent der befragten Mütter und Väter räumen ein, sich 
     selbst nicht gut mit dem Schutz vor Viren und anderen 
     Schadprogrammen auszukennen.
   - Überraschend: Die über 50-Jährigen schätzen ihre diesbezüglichen
     Kenntnisse besser ein als jüngere Befragte: 81 Prozent der 
     Älteren kennen sich nach eigenen Angaben gut bzw. sehr gut mit 
     dem Schutz vor Schadprogrammen aus. Im Gegensatz dazu beurteilen
     nur 65 Prozent der unter 40-Jährigen ihre Kenntnisse auf diesem 
     Feld insgesamt mit gut bis sehr gut.
   - Immerhin ein Viertel der Eltern (25 Prozent) traut den eigenen 
     Kindern offenbar zu, selbst Verantwortung zu übernehmen: Sie 
     geben an, der Nachwuchs kenne sich trotz des jungen Alters von 6
     bis 14 Jahren schon gut bis sehr gut mit der Sicherung 
     internetfähiger Geräte aus.
   - Selbst in der jüngsten Altersgruppe der 6- bis 8-Jährigen 
     schreiben 8 Prozent der Eltern ihren Sprösslingen solche 
     Kenntnisse zu. 

Mehrheit der Eltern sieht für ihre Kinder keine große Gefahr beim Surfen

Obschon viele Eltern angeben, dass sie sich selbst nicht besonders gut mit dem Schutz vor Viren und anderen Schadprogrammen auskennen, macht sich die Mehrheit keine Sorgen, wenn der Nachwuchs in den Weiten des Internets unterwegs ist. Doch können Kinder gefährliche Seiten und Datenanhänge bereits in jungem Alter erkennen?

   - Die Mehrheit der Eltern zeigt sich unbesorgt: 60 Prozent machen 
     sich "weniger große Sorgen", ihr Kind könnte Opfer eines 
     Cyberbetrugs werden. 17 Prozent der Befragten gaben an, sich 
     überhaupt keine Sorgen zu machen.
   - Bei jüngeren Kindern scheint die Sorge größer: So gaben 23 
     Prozent der Eltern von Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren
     an, sich große Sorgen zu machen.
   - Dass ihr Kind gefährliche Dateien herunterladen könnte, ist für 
     19 Prozent Anlass zu großer Sorge. 79 Prozent betrachten diese 
     Gefahr als gering.
   - Die Unbedarftheit birgt auch Risiken: Es kommt zum Beispiel vor,
     dass nicht geschäftsfähige Kinder im Internet unbemerkt auf 
     "Shoppingtour" gehen: 8 Prozent der Mütter und Väter gaben an, 
     ihr Kind habe schon einmal oder mehrmals ohne ihre Zustimmung 
     kostenpflichtige Apps oder Dateien erworben. 

(1) Repräsentative forsa-Umfrage "Sicherheit im Internet" im Auftrag von CosmosDirekt. Im März und April 2015 wurden 1.007 Eltern mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren befragt, deren Kinder das Internet nutzen.

Bei Übernahme des Originaltextes im Web bitten wir um Quellenangabe: www.cosmosdirekt.de/fc-netzsicherheit

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