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Die zehn transparentesten Immobilienmärkte ziehen 75% der globalen Investitionen an

Frankfurt (ots) - Zweidrittel der Immobilienmärkte weltweit haben in den vergangenen zwei Jahren Fortschritte in Bezug auf ihr Transparenzniveau gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt der neunte Global Real Estate Transparency Index (GRETI) 2016 von JLL und LaSalle Investment Management, der 109 Märkte weltweit umfasst. Auf die zehn vom GRETI als "sehr transparent" eingestuften Länder entfallen 75% des globalen Investitionsvolumens in Gewerbeimmobilien. Das zeigt deutlich, welch großen Einfluss Transparenz auf Immobilien-Investitionsentscheidungen hat.

Eine Reihe wichtiger Faktoren liegt diesen Fortschritten zugrunde. Sie bilden den Rahmen für weitergehende Fragen, die durch hohe oder geringe Transparenz aufgeworfen werden:

- Kapital-Allokationen in Immobilien nehmen zu. JLL 
prognostiziert, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als US$1 
Billionen den Sektor ins Visier nehmen werden, gegenüber US$700 Mrd. 
aktuell. Diese Zunahme ist gleichbedeutend dem Verlangen der 
Investoren nach weiteren Verbesserungen der Immobilien-Transparenz. 
Sie erwarten eine Parität der Standards gegenüber anderen 
Asset-Klassen. 
- Eine Verbesserung geht generell mit einer Zunahme von 
Direktinvestitionen aus dem Ausland und der Nutzer-Aktivität einher. 
Investoren und Unternehmen haben zur Beschleunigung von 
Transparenz-Reformen beigetragen. Regierungen haben erkannt, dass 
eine geringe Transparenz Auswirkungen auf ausländische Investments, 
langfristige Wachstums-Aussichten und die Lebensqualität der Bürger 
hat. 
- Zunehmend wird erkannt, dass Transparenz in der 
Immobilien-Praxis eine wichtige Rolle bei der Kapitalbildung, der 
Finanzierung kommunaler Projekte, aber auch für die Verbesserung der 
Lebensqualität in vielen Kommunen spielt. Darauf basieren die 
Sicherheit der Eigentumsrechte an Immobilien, sichere Wohngebiete und
Arbeitsstätten und das Vertrauen darauf, dass Vermittler ehrlich und 
professionell handeln. 
- Die Technologie ist einerseits der Motor für die Digitalisierung
von vielerlei Immobilien-Daten, andererseits macht sie es möglich, 
dass diese Daten verbreitet und analysiert werden können. Verbesserte
Datenerfassungs-Techniken ermöglichen eine feinere und aktuellere 
Bewertung von Immobilienmärkten. 

Highlights

- Auf den oberen vier Rängen dominiert die "Anglosphäre": 
Großbritannien, Australien, Kanada und die USA. 
- Die Kernländer Kontinentaleuropas holen gegenüber der 
Anglosphäre auf. Frankreich (Rang 5) festigt seine Position im oberen
Segment. 
- Deutschland (Rang 9) rückt erstmals in die Gruppe "sehr 
transparenter" Märkte auf und zeigt dabei gegenüber 2014 
Verbesserungen in fast allen Kategorien. Herauszuheben sind die 
Verfügbarkeit von Fundamentaldaten (längere Datenreihen, breitere 
Sektorabdeckung), Informationen zum Kreditmarkt (mehr veröffentlichte
Daten zu Finanzierungskonditionen  und Kreditengagements der Banken).
Der Listed Sector ist stark gewachsen: Die Marktkapitalisierung der 
börsennotierten Immobilien- Gesellschaften hat sich seit 2014 mehr 
als verdoppelt und mit Vonovia ist erstmals ein Immobilienunternehmen
in den Dax aufgestiegen. Aufstrebend ist in Deutschland der PropTec 
Sektor u.a. mit Unternehmen aus den Bereichen Property Management, 
Crowdsourcing und Datenlieferung. 
- Weitere 20 Länder wurden als "transparent" eingestuft, die 
Kategorie, auf die 20% der globalen Immobilien-Investitionen 
entfallen. Vierzehn dieser 20 Länder liegen in Europa. Polen (Rang 
13) ragt in dieser Gruppe heraus und steht kurz davor, in die Gruppe 
der "sehr transparenten" Länder aufzurücken. Singapur (Rang 11) und 
Hongkong (Rang 15) liegen weiterhin Kopf an Kopf im Rennen um die 
Spitzenposition in Asien, während Taiwan (Rang 23) erstmals in die 
Kategorie "transparenter" Länder vorgerückt ist. Auch Japan (Rang 19)
hat sieben Plätze gutgemacht. 
- Die schnellsten Fortschritte wurden in den 37 Märkten 
verzeichnet, die die Kategorie "semi-transparent" ausmachen. 
Nichtsdestotrotz gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem 
Vorhandensein von Vorschriften und deren Umsetzung, insbesondere in 
Bezug auf die Raumordnung, Vertragsgestaltungen und die 
Bauvorschriften. Mexiko und die "Alpha-Städte" Chinas stehen an der 
Schwelle zum Aufstieg in die Kategorie "transparent", Indien hat sich
auf Grundlage regulatorischer Reformen verbessert. Slowenien, Serbien
und Bulgarien sind erstmals in die Kategorie "semi-transparent" 
aufgerückt. 
- Obwohl es in den Kategorien "wenig transparent" und 
"intransparent" einige Fortschritte gab, haben viele dieser Länder es
schwer, voranzukommen. 

Die Zukunft der Immobilien-Transparenz

Der Report unterstreicht eine Reihe von Faktoren, die die Immobilien-Transparenz in den nächsten Jahren beeinflussen werden:

- Die Panama-Papiere im Frühjahr 2016 haben zu einem steigenden 
Druck auf das Niveau der Immobilien-Transparenz geführt und den Kampf
gegen die Korruption maßgeblich auf die internationale politische 
Agenda gehievt. Verfahren zur Offenlegung wirtschaftlichen Eigentums 
und gegen die Geldwäsche werden im größeren Rahmen und rigoroser 
umgesetzt. In den nächsten Jahren werden wir wahrscheinlich bei 
vielen Ländern deutliche Fortschritte bei ihren Bestrebungen nach 
größerer Transparenz von Unternehmens- und Immobilien-Eigentum sehen. 
- Mit dem Einsatz neuer Datenerfassungs-Techniken steigt der Druck
auf Immobilien, die Messlatte höher zu legen und eine noch höhere 
Transparenz zu erreichen. JLL rechnet in den nächsten Jahren mit der 
Entstehung einer neuen Kategorie: "hyper-transparent", bei der 
sensorisch erfasste Daten Eigentümer und Mieter über die Nutzung und 
Performance von Gebäuden informieren. 
- Durch die zunehmende Nicht-Duldung von Korruption in den 
wachsenden Mittelschichten der Welt wird die Geschwindigkeit, in der 
sich Veränderungen vollziehen, zunehmen, insbesondere in den 
semi-transparenten Ländern. Die sozialen Medien werden dabei helfen, 
die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. 
- Die Technologie wird weiter voranschreiten und es einigen 
Ländern ermöglichen, auf dem traditionellen Weg zur Transparenz 
Stufen zu überspringen. Wir beobachten bereits, wie dies in Ländern 
wie Kenia, Ghana und Ecuador geschieht. 
- Regulatorischen Reformen wird mehr Bedeutung beigemessen, 
genauso auch deren Umsetzung, insbesondere in semi-transparenten 
Märkten, wo derzeit die größte Diskrepanz herrscht. 

Pressekontakt:

Dorothea Koch, Tel. 069 2003 1007, dorothea.koch@eu.jll.com 
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