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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum NSU-Prozess: So muss es sein von Katia Meyer-Tien

Regensburg (ots) - Zum vierten Mal geht der Münchner NSU-Prozess in die Sommerpause, und eigentlich spricht einiges dafür, dass es die letzte Sommerpause des Mammutverfahrens sein könnte: Die Beweisaufnahme zu den zwei Sprengstoffanschlägen, 15 Banküberfällen und zehn Morden des selbst ernannten NSU und zum Leben des Trios im Untergrund ist nahezu abgeschlossen, Opfer und Hinterbliebene sind zu Wort gekommen, die Angeklagten hatten Gelegenheit, ihre Sicht darzulegen. In mehr als 300 Verhandlungstagen hat das Gericht um den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl unzählige kleinste Puzzleteilchen zusammengetragen, wohl genug, um inzwischen zu wissen, wie das Gesamtbild ausgesehen haben könnte. Trotzdem hat das Gericht noch weitere 70 Verhandlungstage bis in den Herbst 2017 angesetzt. Vorsorglich, wie es heißt: Wieder einmal warten alle Beteiligten auf die Hauptangeklagte, diesmal darauf, ob, wie und wann sie sich zu den Hunderten Fragen der Nebenkläger verhält. Vor allem aber ist es Sisyphusarbeit, die nun noch ansteht: Nachfragen an bereits geladene Zeugen, Formalia, die den Prozess gegen eine mögliche Revision absichern sollen und müssen. Und auch der Vortrag der Plädoyers könnte noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Es ist ein langwieriger, teurer, nervenaufreibender und zermürbender Prozess. Und doch muss er genau so sein. Denn nur so kann er dem Anspruch genügen, der Monstrosität der Verbrechen gerecht zu werden.

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