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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Schweinsteiger

Regensburg (ots) - Ein Großer

von Heinz Gläser, MZ

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Das trifft auch auf Bastian Schweinsteiger zu. Der Wechsel zu Manchester United war ein gravierender Fehler. Seine Verletzungsanfälligkeit, die sich bereits seit Ende 2011 massiv dokumentierte, machte den Schritt in die Premier League zum unkalkulierbaren Risiko. Mit seinen 31 Jahren und dem lädierten Körper war Schweinsteiger den intensiven Anforderungen nicht mehr gewachsen. Und auch mit seinem Entschluss, im DFB-Trikot noch die EM 2016 dranzuhängen, tat er sich und seinen Fans keinen Gefallen. In Frankreich fand er nie seine Rolle. Leistungsträger und/oder guter Geist des Teams? Schweinsteiger war beides nicht. Im Nachhinein wäre es wohl schlauer gewesen, dem Vorbild seines Weggefährten Philipp Lahm zu folgen, nach dem WM-Triumph 2014 in Rio einen Schlussstrich unter seine Nationalmannschaftskarriere zu ziehen und seine Laufbahn beim FC Bayern ausklingen zu lassen. Diesen Königsweg hat er sich selbst verbaut. Leider, denn der Fußballer Bastian Schweinsteiger zählt ohne Wenn und Aber zu den ganz Großen. Als Louis van Gaal für ihn die Idealposition im defensiven Mittelfeld entdeckt hatte, reifte er zur Weltklasse. Auch als Persönlichkeit gewann er immer mehr Profil. Schweinsteigers Wort hatte Gewicht, bei den Bayern, bei Jogi Löw. Er wird fehlen. Vielleicht folgt jetzt noch ein fußballerischer Abstecher, zum Beispiel in die USA. Für die Zeit danach ist Bastian Schweinsteiger ein glücklicheres Händchen zu wünschen, als er es zuletzt bewiesen hat.

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