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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Katia Meyer-Tien zum Maibaumaufstellen und zum Maibaumstehlen

Regensburg (ots) - Lobenswert und längst überfällig

Weg mit unnötiger Bürokratie im Ehrenamt, Bayern bleibt nur Bayern, wenn die Traditionen gepflegt werden können". So überschreibt die Staatskanzlei ihre Ankündigung, Maibaumtransporte in Zukunft genehmigungsfrei zu ermöglichen. Und wer sich einmal die Mühe macht, herauszufinden, welche Genehmigungen denn bisher für Maibaumtransporte notwendig waren, der versteht schnell, dass eine solche Initiative dringend notwendig ist: Mit fahrzeugbezogenen Ausnahmeregelungen, mit den Regelungen der Straßenverkehrszulassungsordnung und dem Paragrafen über die übermäßige Straßennutzung bekommt man es da zu tun. Unter anderem. Das ist Bürokratie in Reinform. Und dass so manchem Ehrenamtler dabei die Lust am Engagement vergeht, ist klar. Es gibt in Bayern bereits Gemeinden, die Maibäume aus Aluminium aufstellen, weil sie weniger Aufwand für die immer weniger Helfer bedeuten. Aber das heißt auch: weniger Traditionsbewusstsein, weniger Geselligkeit, weniger Zusammenhalt. Man lernt aber auch, dass die Behörden immer Ermessensspielraum hatten - und ihn wohl genutzt haben. Zu Recht, denn auch, wenn das Brauchtum nicht als Deckmantel rechtsfreien Rowdytums missbraucht werden darf: Paragrafen sind zum Schutz des Menschen da, und wo dieser - beispielsweise durch Feuerwehr oder THW - gewährleistet wird, muss eine großzügige Auslegung der Paragrafen möglich sein. Oder ihre Abschaffung. Dass die Staatskanzlei dies nun in Angriff nimmt, ist lobenswert, vor allem aber eines: überfällig.

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