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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Syrien: Erschreckend zynisch, von Jana Wolf

Regensburg (ots) - Die Nachricht der Hungernden im syrischen Madaja löst Entsetzen aus: Entsetzen über die humanitäre Katastrophe, die dort wie an vielen anderen Orten in Syrien einmal mehr deutlich wird. Erschreckend ist aber auch der Zynismus, der sich dort zeigt. Zynisch ist, dass Hilfskonvois schon bereit stehen, doch nicht in die Stadt dürfen. Die Konfliktparteien belagern Madaja und verhindern den Zugang. Während Tausende Menschen in der Stadt hungern, bekämpfen sich die Kriegsparteien weiterhin - ohne Rücksicht auf zivile Verluste. Die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten, den Truppen Assads, der Hisbollah und Rebellengruppen werden immer unübersichtlicher. Gleich bleibt nur, dass die Zivilbevölkerung die Kämpfe ausbaden muss. Zynisch ist auch, dass das Welternährungsprogramm bereits im Juli 2015 Alarm geschlagen hat. Die Unterstützung für Syrer war damals um 81 Prozent unterfinanziert. Heute, nach rund einem halben Jahr, hat sich die Lage weiter verschärft. Die Weltgemeinschaft hat trotz Friedensplänen nichts verbessert. Diese Nachrichten sind längst bekannt - erschreckend zynisch sind sie trotzdem.

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